Opium als Beruhigungsmittel für Babys in Afghanistan
Die Lage in Afghanistan bleibt nach wie vor kritisch. Trotz Einsatz und Anwesenheit einer internationalen Schutztruppe, scheint dennoch keine Ruhe in das Land zu kommen.
Immer wieder werden Nachrichten bekannt von Terroraktionen von Seiten der Taliban. Die immer wieder ausgeführten Anschläge bewogen auch Deutschland dazu, dass Mandat für den Einsatz der deutschen Soldaten um ein Jahr zu verlängern.
Doch nicht nur die bewaffneten Übergriffe religiöser oder machtpolitischer Art, erschweren die Lage der Bevölkerung in Afghanistan.
Neben den genannten Risikofaktoren ist ein weiteres Problem die Einnahme von Drogen und die daraus folgende (lebenslängliche) Abhängigkeit. Schon die Babys werden von Geburt an mit Opium ruhig gestellt, damit die Eltern ihrer Arbeit nachgehen und somit den Lebensunterhalt verdienen können.
Durch die schon früh einsetzende Gewöhnung an das Beruhigungsmittel, werden viele Afghanen von frühester Kindheit an abhängig gemacht. Von dieser Abhängigkeit loszukommen ist für viele unmöglich. Die Mehrheit der Afghanen kommt so unschuldig in die Abhängigkeit, die dann das weitere Leben bestimmt.
Aber auch den Eltern kann nur eingeschränkt ein Vorwurf gemacht werden. In armen Ländern, in denen es keine staatlichen Versorgungsorgane für Familien gibt, sind die Eltern gezwungen täglich ihrer Arbeit nachzugehen, um so die Familien zu versorgen und das Überleben zu sichern.
Besonders im Norden des Landes, in dem Fabriken zur Teppichherstellung zu finden sind, ist dieses Problem anzutreffen. Hier müssen sowohl Männer als auch Frauen täglich zur Arbeit erscheinen. Da es jedoch nicht in jeder Stadt oder jedem Dorf Kindergärten gibt, wissen die Menschen oft nicht, wie sie Job und Kind gleichzeitig bewältigen können.
Aus dieser Verzweiflung heraus, wird den Babys das Opium eingeflößt, um sie ruhig zu stellen. Doch mit der so erzeugten Abhängigkeit rutschen viele Afghanen in einen Teufelskreis, aus dem ein Ausbrechen scheinbar unmöglich wird.
Einmal von dem Beruhigungsmittel abhängig, geben viele Afghanen einen Großteil ihres Einkommens dafür aus, um so ohne Schmerzen und im Zustand einer gewissen Normalität leben zu können.
Entzugsanstalten und Einrichtungen, die Abhängigen helfen, clean zu werden, gibt es noch nicht oder nur in so geringer Anzahl, dass dies nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt.
Um der afghanischen Bevölkerung tatkräftig bei der Überwindung oder der Minderung des Problems zu helfen, müssten wesentlich mehr Kindergärten und -krippen in den betroffenen Regionen eröffnet werden. Gleichzeitig müssten Kliniken oder Praxen eröffnet werden, die sich auf den Entzug von Opium spezialisieren.
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