Afghanistan: Deutsche Soldaten erschiessen Zivilisten

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Es geht schon lange nicht mehr um reine Aufbauarbeit in Afghanistan und auch die Aufgaben der Deutschen, afghanische Polizisten auszubilden, ist lang nicht mehr die wichtigste. Es geht um Krieg, einen Krieg, der scheinbar kein Ende finden wird, zumindest nicht in absehbarer Zeit.

Es geht um einen ungleichen Krieg, der die Vorteile derzeit auf Seiten der Taliban erkennen lässt. Die Kämpfer der Taliban und al-Qaida kennen die Regionen in dem Land am Hindukusch wesentlich besser als die internationalen Schutztruppen, die ursprünglich ins Land geschickt wurden, um der Bevölkerung beim Aufbau zu helfen.


Neben den Taliban und al-Qaida stellen die Drogen in Afghanistan wohl den größten Feind des Friedens dar. Fast die gesamte Ausbeute der Mohnfelder in dem Land wird für die Herstellung von Drogen verwendet, die dann weltweit verschickt werden und aus denen die Terroristen ihren Krieg finanzieren. Doch die Soldaten haben keine Befugnisse, die Mohnfelder zu beseitigen, das liegt in der Hand der afghanischen Polizei.

Gerade kurz vor den anstehenden Wahlen in Afghanistan steigt die Gefahr terroristischer Aktivitäten und die Soldaten werden immer nervöser. So lässt sich sicher auch die Aktion der Bundeswehr erklären, bei der zwei Zivilisten sterben mussten.

Wie erklärt wurde, raste ein Laster mit hoher Geschwindigkeit in Nordafghanistan auf eine Stellung deutscher Soldaten zu. Nachdem mehrere Warnschüsse abgegeben wurden und der Laster dennoch nicht zum Stehen kam, schossen die deutschen Soldaten direkt auf das Fahrzeug. Dabei kam ein Mensch direkt ums Leben, ein anderer erlag seinen schweren Verletzungen auf dem Weg zum Krankenhaus.

So wie es derzeit aussieht, hatten die Soldaten keine andere Wahl, sie sind aufgrund der Beobachtungen von einem Angriff ausgegangen und haben deshalb das Feuer eröffnet. Der Einsatz der Schusswaffen erfolgte also gemäß den Einsatzregeln, so dass es auch zu keinen weiteren Untersuchungen kommen wird.

Die Frage ist nur, wie viel Hass in der Bevölkerung gesät wird durch solche Aktivitäten. Der anfängliche große Rückhalt der Afghanen hält sich mittlerweile in Grenzen. Man hat erkannt, dass der Kampf gegen die Taliban kein schnelles Ende finden wird. Die Skepsis gegenüber den internationalen Truppen wächst.

Nicht nur, dass bisher kaum Erfolge erzielt wurden, auch die Drogengeschäfte sind in Gefahr und die stellen die Lebensgrundlage fast aller Afghanen dar. Um den Krieg gegen Taliban und al-Qaida zu beenden, müsste man gegen das Drogengeschäft vorgehen und die Mohnfelder zerstören, doch tut man dies, entzieht man den Afghanen die Lebensgrundlage und schürt nur noch mehr Skepsis. Das Vertrauen lässt nach und dadurch werden Taliban und al-Qaida gestärkt und erhalten Zulauf.

Ein Kampf, der ungleicher nicht sein könnte und dessen Ende noch lange nicht in Sicht ist.

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Juli 20th, 2009 Kategorie: Deutschland, Naher Osten, Politik



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5 Kommentare zu “Afghanistan: Deutsche Soldaten erschiessen Zivilisten”

  1. Sarsura says:

    Zu diesem Artikel gibt es einige Korrekturen: Zum einen wurde die Zahl der Getöteten korrigiert und auf einen herabgesetzt. Zum anderern hat sich die Potsdamer Staatsanwealtschaft nun eingeschaltet und leitet zunäschst Vorermittlungen.

    Es weist noch immer alles darauf hin, dass die Bundeswehrsoldaten in Notwehr gehandelt haben, Genaueres wird sich aber sicher bald herausstellen:

    Bei den Schüssen von Bundeswehrsoldaten auf ein Fahrzeug nahe einer deutschen Stellung im Norden Afghanistans ist ein Zivilist ums Leben gekommen. Zunächst war von drei Toten die Rede gewesen

    Weiterlesen…

  2. frederic says:

    Das Zeitalter der Terroristen

    So viele verdaechtige Schatten,
    hinter Jedem ein Terrorist ?
    Das macht Soldat sein schwer…

    Thanks America , you brought
    the world the outlaw mentalety-
    “shoot first ask questions later”.

    Wer sind die Naechsten im
    Fadenkreuz der USA?
    Seit dem 7/11 ist “Angst” der
    gefaehrlichste Virus,und die Welt-
    Media machen sicher, dass
    Jeder eine gute Portion erhaellt.

  3. Sarsura says:

    Seit der Bush-Regierung und dessen Aufruf zum Krieg gegen den Terror, darf man auf jeden schießen, der verdächtig, arabisch, aussieht?! Wie weit ist es gekommen – und hinter allem steckt nur das Bedürnis Amerikas überall Macht zu haben, indem man Demokratie nach amerikanisch-westlichem Vorbild fordert.

  4. Wallo says:

    Deutsche Soldaten erschießen in Afghanistan Zivilisten. Das ist Notwehr… Da die Jungs irgendwann schwer traumatisiert zurückkehren, werde ich darauf achten, dass ich nicht zu schnell Auto fahre und das Radio mache ich leise, damit ich Warnungen höre.
    Diese Zwischenfälle werden häufiger. Die Nervosität ist sogar verständlich. Ich frage mich auch, wie man damit fertig wird, dass man jemanden sozusagen im Irrtum erschossen hat.

  5. Heinz says:

    Wer immer noch glaubt, das Deutschland eine “Friedensmission” in Afghanistan führt. Dem rate ich inständig sich einmal über die Aktuelle Lage dort schlau zu machen. Es ist ja nicht so, das man im Internet nichts zu diesem Thema findet. Ich selbst war sehr geschockt darüber wie wir als Bürger von der jetzigen Politik verarscht werden. Wenn man sich einmal Berichte anguckt oder auch einfach nur mal hinter fragt. Wird man leider erfahren das Deutschland einmal mehr zu stark in den Krieg involviert ist. Noch mal für alle: Deutschland unterstützt hier einen Angriffskrieg.

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