Amerika greift offiziell in jemenitischen Krieg ein

krieg im jemen

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Der Jemen, das ärmste arabische Land, droht zu zerfallen. Nicht nur im Norden tobt der Krieg gegen schiitische Rebellen, auch im Süden wird die Konfrontation immer deutlicher. Der ehemalige sozialistische Süden des Landes fordert nun wieder immer lauter eine Teilung.

Der Präsident Ali Abdullah Salih ist schwach und machtlos, wie die jahrelangen Auseinandersetzungen, die im August in einen Krieg gipfelten, deutlich zeigen. Gleichzeitig ist der Jemen Hauptrückzugsgebiet für Terroristengruppen wie al-Qaida. Besonders in Provinzen, in denen der Regierung die Macht abhandengekommen ist, sammeln sich die Terroristen.

Über das Land verteilt gibt es Ausbildungscamps für die „Krieger gegen den Westen“, die von hier aus dann nach Afghanistan, Pakistan oder weltweit ausfliegen, um durch Terroranschläge die Welt in Atem zu halten.

Nach der Schließung Guantanamos kamen einige der Terroristen geführten Insassen zurück in ihre Heimat. Hier finden sie natürlich Nährboden für neue Aktionen gegen die verhasste USA als Sinnbild alles Schlechten.

Der Nigerianer, der am vergangenen Freitag überwältig werden konnte, bevor er seinen Plan, ein Passagierflugzeug in die Luft zu sprengen durchführen konnte, wurde auch mit allergrößter Wahrscheinlichkeit von al-Qaida im Jemen ausgebildet und instruiert. Der Jemen gedeiht schon seit langem zum Paradies für Terroristen.

Nach dem vereitelten Anschlag am Freitag ist nun auch die Zeit für die USA gekommen, ganz offiziell in das Kriegsgeschehen im Jemen mit einzugreifen. Das dürfte eigentlich keinen mehr verwundern, vor allem, weil die USA bereits in den derzeitigen Krieg zwischen Regierung und schiitischen Rebellen eingriff, bisher jedoch inoffiziell.

Allerdings beobachten Experten der USA die Aktivitäten im Jemen schon seit langem, man ist schon seit geraumer Zeit bemüht, den schwachen Präsidenten zu stärken und ihm im Kampf gegen den Terror zu helfen. Nun hat man auch endlich genügend Gründe offiziell in das Kriegsgeschehen einzugreifen und neben dem Irak und Afghanistan eine dritte Front im Nahen Osten im Kampf gegen den Terror zu eröffnen.

Bisher beobachtete die USA den Jemen mehr der weniger nur. Allerdings waren schon seit etwa einem Jahr CIA-Agenten im Land, um vor allem auch jemenitische Sicherheitskräfte auszubilden. Nun stockte das Pentagon seine Militärhilfe auf. Bleibt also nur noch die Frage, wie lange es dauern wird, bevor Amerika Truppen in den Jemen entsendet, um dort einen neuen Krieg gegen den Terror zu führen, nicht dass der im Irak oder in Afghanistan bisher erfolgreich beendet werden konnte.

Die Weltpolizei hat also ein neues Einsatzgebiet und eine neue Aufgabe im Nahen Osten, das nun nicht mehr der Geheimhaltung obliegt, sondern mit dem Anschlagsversuch vom vergangenen Freitag endlich seine  Begründung findet.

Neben der Vermehrung von geheimdienstlichen und militärischen Aktionen ist das Weiße Haus aber auch bemüht, Beziehungen zur jemenitischen Regierung aufzubauen, um den schwachen Präsidenten Ali Abdullah Salih im Kampf gegen Terroristen zu unterstützen. Wer weiß, vielleicht wird der Jemen nun das neue Projekt zur Durchsetzung einer Demokratie nach westlichem Vorbild, wenn es schon im Irak und in Afghanistan misslungen ist.

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Dezember 28th, 2009 Kategorie: Amerika, Naher Osten, Politik



6 Kommentare zu “Amerika greift offiziell in jemenitischen Krieg ein”

  1. Lazy says:

    irgendwie klingt dies alles nach keinem Zufall.

  2. Miro says:

    Naja, der Jemen ist zumindest überschaubarer als der Irak und Afghanistan. Vielleicht schaffen es die Amerikaner wirklich etwas mehr Stabilität ins Land zu bringen. Dann würden unter anderem auch die Piratenangriffe zurückgehen wenn die Amerikaner eine Seite des Bab al-Mandab absichern können. Nebenbei könnten sie auch noch die Armut bekämpfen wenn sie schon einmal da sind. Nur seit Irak und Afghanistan zweifle ich stark dran.

    Trotzdem ist die Aktion mit dem Flugzeugattentäter nur ein Mittel zum Zweck. Jemen hat auch bestätigtes Rohöl und das FBI ist ja schon dort. Alles für den Kampf gegen den Terror. Na sicher doch!

  3. Sarsura says:

    Schauen wir mal, auf alle Fälle eriinert das derzeitige Szenarion im Jemen ganz stark an den Irak und Afghanistan: Terrorangriff (oder versuchter) auf Amerika, Drohungen von al-Qaida per Video und Einsatz der Amerikaner im Krisenherd zur Stabilisierung…

  4. Lazy says:

    Was mir noch Sorgen bereitet, ganz zu schweigen, dass Miro`s Kommentar richtig gut ist (danke für die Infos), dass die USA eigentlich kein Geld mehr hat für den Jemen Einsatz, Hilfe, Rebellen Zurückdrängung usw.. wenn man es mal sehr platt ausdrücken möchte.

    Nun, die USA weiß schon, was sie macht.. doch in meinen Augen ist die USA schon länger pleite, vor allem, wenn China sein Geld zurückverlangt.

  5. Miro says:

    Ja aber ich glaube da ist nach wie vor eine dicke Waffenlobby die sich auf den Krieg freut … “Mr Obama … sie werden mit diesem Krieg x Millionen Menschen im Ausland und x Millionen Menschen im Inland einen Job sichern … wir müssen doch die ganzen Waffen produzieren …”

    Die kriegen das nichtvorhandene Geld ausgegeben. Es geht doch um Terror ;)

  6. Lazy says:

    Hi Miro,

    du hast vermutlich recht und neben der jüdischen Lobby (ein Begriff, den ich nicht negativ meine) ist die Waffenlobby der USA natürlich eine der größten Lobbys dort und mischt “überall” mit.. schade nur, dass man von solchen Einmischungen in die Politik eines Landes wie Amerika selten viel im Fernsehen sieht, auch wenn es ein paar Doku`s gibt, so werden diese kaum wiederholt oder eben neue produziert.

    Wünsche dir einen sehr guten Rutsch! :)

    Liebe Grüße

    Chris

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