Ashura: Vermehrt Angriffe auf Schiiten

Ashura-Karbala

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Die innerislamischen Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten werden immer wieder deutlich. Im Irak kam es während der Befreiung durch die US-Armee und vor allem auch nach deren Abzug aus den irakischen Städten immer wieder zu Angriffen auf Schiiten.

In den letzten Tagen nahmen die Anschläge wieder zu. Sunniten bekämpfen Schiiten und andersherum. Dabei geht es um einen uralten Kampf zwischen den beiden Konfessionen um die rechtmäßige Nachfolge des Propheten Muhammads.

Während die Sunniten Abu Bakr als ersten rechtmäßigen Kalifen anerkennen und der Sunna folgen, lehnen die Schiiten die 3 rechtgeleiteten Kalifen, die vor Ali an der Macht waren ab. Für die Schiiten ist Ali, der Schwiegersohn Muhammads der erste rechtmäßige Nachfolger. Die Diskussion um die Nachfolgerschaft des Propheten zerspalte die muslimische Gemeinde in Sunniten und Schiiten.

Heute ist der letzte Tag des dreitägigen Ashura-Festes, der Höhepunkt der Schiiten und eine schmerzliche Erinnerung an die Niederlage der Schiiten gegen die Sunniten. 680 starb Hussein, ein Sohn Alis, im Kampf gegen den Umayyadenkalifen Yazid in Kerbala.

Kerbala, im heutigen Irak gelegen, ist einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste, Pilgerort für die Schiiten, da hier Imam Hussein fiel. Gerade während der Zeit des Ashura-Festes pilgern viele Schiiten hierher, um ihrem Imam zu gedenken und dessen Schmerzen durch Selbstgeißelung nachzuempfinden.

Das Ashura-Fest bietet aber leider auch immer wieder den Rahmen, um Anschläge auf Schiiten zu verüben. Auch in diesem Jahr kam es wieder zu Angriffen auf die Pilger durch Sunniten. Erst gestern starben bei einer Bombenexplosion wieder zwei schiitische Pilger in Bagdad bei einer religiösen Prozession.

Weitere Pilger starben bei Anschlägen in anderen Städten in der Nähe der irakischen Hauptstadt. Neben den schiitischen Opfern, kam aber auch ein sunnitischer Stammesführer in der Nähe von Bagdad ums Leben als vor seinem Haus ein Sprengsatz explodierte.

Obwohl die Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten immer andauern, finden sie meist zur Zeit des Ashura-Festes ihren traurigen Höhepunkt. Dass beide Konfessionen um die Vorherrschaft streiten ist auch deutlich erkennbar im jemenitischen Krieg, in dem die schiitischen Rebellen vom Iran unterstützt werden, während die sunnitische Regierung Unterstützung aus Saudi-Arabien erhält.

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Dezember 27th, 2009 Kategorie: Naher Osten, Politik



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