Gaza: Ein Jahr nach dem Krieg Lage unverändert schlecht

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Ein Leben in Containern oder Zelten oder als Obdachlose zwischen den Trümmern der Häuser, die in der Offensive „gegossenes Blei“ zerstört wurden, erinnern die Palästinenser im Gaza-Streifen tagtäglich an die katastrophalen 3 Wochen vor einem Jahr.

Am 27. Dezember 2008 griff das israelische Militär auf brutalste Weise den Gaza-Streifen an, im Krieg kamen 1400 Palästinenser und 13 Israelis ums Leben. Ein Jahr nach dem Krieg hat sich nichts gebessert, im Gegenteil: Es wird immer schlimmer. Die Blockade, unter der die Bevölkerung noch immer leidet, verhindert den Wiederaufbau. Es fehlen alle Materialien, um die zerstörten Wohnungen wieder aufzubauen.

Die Agrarfläche wurde zu großen Teilen zerstört und Israel änderte trotz gegenteiliger Versprechen rein gar nicht. Obwohl die Behörden zumindest einer teilweisen Aufhebung der Wirtschaftsblockade zustimmten, passierte rein gar nichts.

Die Palästinenser müssen kollektiv leiden und werden bestraft für die Taten einiger weniger Islamisten, die sich unbedingt mit der militärischen Großmacht Israel messen will. Eine Situation, die menschenverachtend ist. Die Bevölkerung hat keine Hoffnung auf bessere Tage.

Wie sollte auch Hoffnung keimen, wenn ein Jahr nach dem Krieg immer noch die meisten Menschen in Trümmern und provisorischen Hütten leben und auf Hilfe der UN- und anderer Hilfsorganisationen angewiesen sind. Aber selbst den Organisationen sind die Hände gebunden, sie können nur versuchen, das größte Leid zu lindern und selbst das nicht wirklich.

Hilfsgüter, die aus fast allen Ländern zusammen kommen, können ihr Ziel nicht erreichen. So stehen derzeit beispielsweise 250 LKWs mit lebenswichtigen Gütern wie Lebensmitteln und Medikamenten im Hafen von Akkaba und kommen nicht weiter, weil Ägypten den Transit verwehrt und gemeinsam Sache mit Israel macht.

Trotz allen Elends gibt sich die Hamas aber dennoch kämpferisch. Obwohl die Raketenangriffe auf Israel nach dem Krieg um 90% zurückgingen, sind sie bereit für einen neuen Krieg. Sie wollen sich nicht gern demütigen lassen, aber seit mehr als einem Jahr leben sie in Demütigungen. Da ist es kein Wunder, dass der Hass auf Israel nicht abgebaut, sondern verstärkt wird.

Durch die Politik Israels und die kollektive Bestrafung der gesamten Bevölkerung wird der Hass geschürt und bekommen Islamisten Nährboden für weitere Aggressionen und falsche Mittel auf dem Weg zur erhofften und ersehnten Befreiung von Israel.

Skepsis und Angst herrschen aber nicht nur auf palästinensischer Seite, auch aus israelischer Sicht, könnte immer wieder ein Krieg losbrechen. Wie aus israelischen Kreisen zu vernehmen ist, rüsten die Islamisten auf. So sollen sie nun angeblich über Raketen verfügen, die eine Reichweite von über 60 Kilometer haben und damit auch Tel Aviv und den Flughafen dort treffen könnten.

Der Frieden ist sehr instabil und brüchig. Beide Seiten sind auf einen neuen Krieg vorbereitet und es bedarf sicher nur eines kleinen Fehlers oder Unüberlegtheit bis zum Ausbruch eines neuen Krieges, dessen Folgen für die zivile Bevölkerung verheerend sein werden.

Man kann wirklich nur hoffen und beten, dass es nicht zum Ausbruch eines neuen Krieges kommt, bei dem die Palästinenser der israelischen Armee, wie auch schon vor einem Jahr, weit unterlegen sein werden, auch wenn aus radikalen Kreisen vielleicht andere Töne klingen.

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Dezember 27th, 2009 Kategorie: Naher Osten, Politik



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