Irak: Mit der Vergangenheit brechen – Situation von Iranern unklar

fffi.se
Einmal mehr gibt es Diskussionen um eine Gruppe von Menschen, die keiner haben will, für die aber eine Lösung gefunden werden muss, will man nicht ihr Verderben mit verursachen. Die Rede ist hier von einer iranischen Minderheit, die bisher noch im Norden des Iraks leben.
Das Lager, indem die Iraner bereits unter Saddam und nach dessen Sturz durch die Amerikaner und die anderen Truppen zur Befreiung und Demokratisierung des Landes geduldet wurden. Doch nun beginnt die irakische Regierung im Land aufzuräumen und alte Rechnungen zu begleichen.
Was an den damaligen Diktator Saddam Hussein erinnert oder mit ihm in Verbindung gebracht wird, wird nicht mehr geduldet. Man will der Vergangenheit brechen und duldet somit auch keine Iraner mehr in diesem Camp.
Gestern wurde nun das Camp, die Unterkunft der Volksmujahedin aus dem Iran, gestürmt, wobei mindestens sechs Menschen ums Leben kamen. Damit steht fest: Die einstigen Freunde Saddams sind keinesfalls die Freunde der neuen amerikafreundlichen, demokratischen irakischen Regierung.
Das Lager wird nun nach einer sehr brutalen und Menschenrechte missachtenden Aktion von den Irakern kontrolliert. Man will die Freunde Saddams nicht mehr im Lande haben. Sie in ihre Heimat, ursprüngliche Heimat, den Iran zurückzuschicken ist aber rein menschlich und völkerrechtlich gesehen nicht vertretbar, da dies ihrem Todesurteil gleich käme.
Das 1986 gegründete Lager, dass bis 2008 unter der Kontrolle der UNO stand, ging dann in irakische Kontrolle über und es war nur eine Frage der Zeit, bis es okkupiert werden würde. Nun ist der Fall eingetreten und man beginnt darüber zu diskutieren, was mit den Iranern werden soll.
Eine Lösung scheint noch in weiter Ferne, denn wie schon erwähnt, will keiner diese Menschen haben. Man ist sich nur in einem Punkt einig, zumindest außerhalb der irakischen Behörden und Regierung: Man kann es nicht verantworten, sie in den Iran zurückzuschicken.
Die iranischen Volkmujahedin sind zwar eine islamistische Gruppierung mit einer streng gegliederten Hierarchie, dennoch hat sie mit denen im Iran nicht das Geringste gemein oder mit diesen irgendetwas zu tun.
Man wird langsam nervös und weiß, dass eine Lösung gefunden werden muss, bevor die irakische Regierung irgendwelche Entscheidungen trifft, die nach internationalem Recht und Menschenrechtsbestimmungen nicht tragbar sind. Nur wie die Lösung aussehen soll, das weiß bisher noch keiner.
Quelle: derstandard.de
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