Iran nach der Wahl

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Die Wahlen im Iran sind seit über einer Woche vorbei, doch es kehrt keine Ruhe in dem Land ein. Viele demonstrieren gegen den Wahlausgang und den erneuten Sieg Ahmedinedschads in der Hauptstadt. Es gab Tote, Verletzte und eine große Reihe von Verhaftungen und ein Ende des ganzen scheint noch nicht in Sicht zu sein.

Inwiefern angeblichen Augenzeugenberichten von Wasserwerfern mit brennendem Wasser, Schlagstöcken und wilden Verfolgungsjagden auf Demonstranten durch Milizen oder Polizisten geglaubt werden kann, sei hier dahin gestellt. Eine Berichterstattung durch ausländische Journalisten scheint zur Zeit nicht mehr gegeben im Iran.


Nachdem Obama sich bereits besorgt über die Zustände in Teheran geäußert und Partei für die Demonstranten ergriffen hat, wurden seine Töne gegen die neue Regierung im Iran noch einen Tick heftiger. Er forderte die Regierung in deutlichem Ton dazu auf, die Demonstrationen zuzulassen und nicht mehr gegen Oppositionelle, die für Gerechtigkeit auf die Straße gehen, vorzugehen.

Den klaren Worten aus dem Weißen Haus schließt sich nun auch Angela Merkel an, die eine erneute Auszählung der Stimmen forderte. Auch sie stellte sich offen gegen die derzeitigen Machenschaften der iranischen Regierung und forderte die Einhaltung der Versammlungs- und Redefreiheit im Iran.

Mahmud Ahmedinedschad, der bereits in seiner vorherigen Regierungsphase durch provokante Hetzkampagnen in der internationalen Öffentlichkeit aufgetreten war, nutzt die derzeitige Situation aus, um gegen Deutschland, Frankreich und Großbritannien zu wettern und den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu diesen Ländern abzubrechen. Genau diese Länder sind im übrigen auch die europäischen Vertreter, die in der internationalen Atomenergiebehörde die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm führen und dessen Ende fordern.

Ahmedinedschad geht auf Distanz zu diesen drei Ländern und der USA. Die anfänglich positiv scheinenden Gespräche mit Barack Obama gehören wohl zunächst der Vergangenheit an. Der iranische Regierungschef wehrt sich vehement gegen die äußere Einmischung in die inneriranischen Angelegenheiten. Man kann glatt zu dem Schluss kommen, dass die iranische Führung die derzeitige Lage nutzt, um sich selbst wieder zu isolieren.

Der Iran, der vielen Sanktionen ausgeliefert war und noch immer ist, ist wirtschaftlich mitgenommen. Doch der Regierungschef will davon nichts wissen, er ist sich sicher, dass das Land ohne internationale Hilfe allein besser dran ist. Ob dies keine Fehleinschätzung ist, wird sich sicher bald zeigen.

Eins ist jedoch nicht zu verleugnen: Die Aggressionen im Iran spitzen sich zu. Vor allem die Inhaftierungen von Oppositionellen und der Versuch, Demonstrationen zu verhindern sorgen für noch größere Unruhen. Ob sich diese Situation in der nächsten Zeit verbessern wird und wie es vor allem ausgehen wird, ist noch nicht absehbar. Ich denke aber, dass die Forderung der deutschen Kanzlerin sicher kein Gehör finden wird. Die Stimmen werden sicher nicht noch einmal ausgezählt.

Ahmedinedschad wurde gewählt und ist neuer Regierungschef des Iran. Wie im Weiteren mit den Demonstranten umgegangen und ein Weg aus der Krise gefunden wird, ist noch nicht wirklich absehbar. Man kann nur hoffen, dass die Situation nicht noch weiter eskaliert.

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Juni 21st, 2009 Kategorie: Naher Osten, Politik



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6 Kommentare zu “Iran nach der Wahl”

  1. Tanja says:

    Man darf gesapnnt sein , wie sich der neue Kandiat an der Spitze jetzt anstellen wird.

  2. frederic says:

    Man glaubt dass es nicht mit rechten Dingen vorging ?
    Man zeigt mit Abscheu auf die jetzige Iran Regierung.
    Was jedoch klar an Hand ist :”Der Westen hat das
    gewollte Resultat”. Man spricht von Iran Fuerungswechsel
    von Aussen.Man laesst die anti-Iran pressen heisslaufen.

    Die Situation wird von den “neo global Westerners” bis auf
    den letzten Blutstropfen ausgenuetzt.Was mich am meisten
    wundert is wie es der West geschaffen hat ein Iraker namens
    Mussawi sein eigenes land dieser Gefahr der inneren
    Fragmentierung auszusetzte.Der Hoehepunkt der Ironie, Israel steht laechelnd auf der Seite und sagt:”Fuer uns Ahmedinedschad ist OK “.
    Kurz und gut:”Es war ja die Gelegenheit die alle anti Amadi
    oder Mullas bis dahin vergeblich erhofften,und die Geduld
    machte sich bezahlt.

    Sogar Onkel Sarkozy und Mama Merkel schreien jetzt Bu-bu-bu,
    und machen sich dabei laecherlich,wenn das Ganze platzt .

  3. frederic says:

    “Berliner Tagesspiegel”
    Mir-Hossein Mussawi ruft zum…
    “iranischen Volk solle eine
    Regierung aufgezwungen werden”,

    Westicher gehts nimmer!

  4. tabax says:

    mit musawi oder mit ahmadinijad wird das gleiche rauskommen… die mullahs sind ja noch da ;)

  5. Wallo says:

    Sicher kommt das Gleiche raus. Ein Staat ändert sich nicht, nur weil an einem Stuhl eine andere Maske hängt. Mussawi hat doch lange genug in der Regierung mitgearbeitet (1981-1989). Leute wie er haben den Iran in die Situation gebracht, in der er heute ist. Die Atomforschung in Isfahan begann 1984.
    Als ich zum ersten Mal hörte, dass er kandidiert, dachte ich: wo haben sie den denn wieder ausgegraben. Opposition? Das ist witzig.
    Im Iran sind nur 2 Amtszeiten in Folge erlaubt.
    In der Zeit 1989-1997 (2 Amtszeiten) war dann der als gemäßigt geltende Rafsandschani Präsident. Ihm folgte der reformorientierte Chatami 1997-2005 (ebenfalls 2 Amtszeiten). Danach hat Rafsandschani wieder kandidiert, verlor aber gegen den Bürgermeister Teherans, Mahmut Ahmedinedschad.
    Zu Chatami sei noch gesagt, dass er Einiges versucht hat, sich aber nicht durchsetzen konnte. Und Pech hatte er auch. US-Präsident G.W. Bush bezeichnete im Jahre 2002 den Iran als Teil der “Achse des Bösen”. Das muss ihn eiskalt abgeduscht haben. Ein Bärendienst für die Reformer, aber der Irak-Krieg musste ja vorbereitet werden. Die Isolation des Iran nahm auf US-Initiative zu, die Situation im Land verschlechterte sich. In den Nachbarländern Afghanistan (seit 2001) und Irak (seit 2003) herrschte Krieg – und so ist es bis heute; und der Iran war ” the evil”, das Böse. Also war Schluss mit dieser Phase, Ahmedinedschad wurde gewählt. In harten Zeiten einen harten Mann. Das ist verständlich. Nun plötzlich hat die Welt ihr Herz für den Iran entdeckt. Und man tut so, als wäre alles wieder in Ordnung, wenn bloß dieser Ahmadinedschad weg wäre. Man unterstützt demonstrativ den aussichtsreichsten Gegenkandidaten – egal wer es ist und egal was er früher so alles gemacht hat. Er setzt sich nicht durch und alles schreit wie auf Kommando “Betrug!” Aber – und hier bringe ich einen schönen Satz, den ich in einem anderen Forum gelesen habe – nur weil der “Falsche” gewählt wurde, muss nicht die Wahl falsch sein. Iran ist eine Islamische Republik, das heißt Iran ist so islamisch, wie der Vatikan katholisch ist. Das kann man schlecht finden, ändert aber nichts.
     

  6. tabax says:

    nicht nur twitter sondern youtube steigt in die us-propaganda maschinerie ein.
     
    ganz oben der blaue balken^^

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