Krieg im Jemen: Vom Frieden weit entfernt

taz.de
Frieden und das Beenden des Leides weltweit werden wohl heute wieder Hauptthemen bei den Predigten zum Heiligen Abend sein. Doch die Realität sieht leider anders aus. Während vor einem Jahr die israelische Armee im Gazastreifen einmarschierte, richtet sich der Blick dieses Jahr in den Jemen, wo Krieg herrscht.
Die ursprüngliche Auseinandersetzung zwischen Rebellen im Norden des Landes und der Regierung eskalierte zum Krieg, in dem selbst Saudi-Arabien zur Grenzsicherung und der Iran zur Unterstützung der schiitischen Rebellen mit beteiligt sind.
Die Lage ist nach wie vor verheerend, vor allem für die vielen zivilen Opfer, die ihre Häuser verlassen mussten und nun in provisorischen Flüchtlingslagern untergekommen sind. Der Krieg geht mit unverminderter Härte weiter.
Heute Morgen sollen nun nach Angaben von Berichterstattern und Zeitungsberichten bei einem Luftangriff der jemenitischen Armee mindestens 34 mutmaßliche al-Qaida Mitglieder getötet worden sein. Man geht davon aus, dass mindestens 2 der Getöteten Anführer des Terrornetzwerkes im Jemen waren.
Ob dies nun als ein Erfolg der Regierung zu verbuchen ist, ist noch fraglich. Man hat auch noch keine genauen Angaben, wer die Getöteten eigentlich sind und welche Rolle sie für die al-Qaida gespielt haben. Eines ist aber sicher: Unter den Toten waren auch Saudis und Iraner.
Dies zeigt deutlich, dass beide Länder kräftig in den inneren Konflikten des Jemen mitmischen und eine Art Stellvertreterkrieg führen. Die Großmächte gegeneinander im Gebiet des Jemen. Wie sich die Lage im Jemen weiter entwickeln wird, ist noch unklar. Allerdings dürfte feststehen, dass der Krieg sicher nicht so schnell beendet wird.
Zwar wurden bei dem Luftangriff mutmaßliche al-Qaida Mitglieder getötet, aber die Rebellen nehmen dies wohl eher als weitere Kampfaufforderung denn als Hinweis, dass es ratsamer wäre, den Krieg zu beenden. Man kämpft schließlich gegen die Korruption in Regierungskreisen und für ein unabhängiges Gebiet im Norden des Landes, das unter Kontrolle der Huthi-Rebellen kommen soll.
Seit dem Eingriff Saudi-Arabiens und der mehr oder weniger offenen Unterstützung der Rebellen durch den Iran, hat sich die Lage verschärft denn entspannt, denn damit stehen auch eindeutig religiöse Machtspielchen mit auf dem Plan.
Man kann nur hoffen, dass bald eine Möglichkeit gefunden wird, einen Waffenstillstand zu erreichen, um die Zivilbevölkerung zu schützen und wieder ein wenig Ruhe in das Land zu bringen.
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