Unsicherer Irak für religiöse Minderheiten

igfm.de
Der Krieg im Irak ist offiziell beendet, die amerikanischen Truppen wurden zumindest zum Teil abgezogen aus den Städten und dennoch ist die Lage nach wie vor alles andere als sicher. Immer noch müssen viele Menschen aus dem Irak fliehen aufgrund von Verfolgung und Bedrohung ihres Lebens.
Die verschiedenen Religionsgruppen können nicht friedlich zusammenleben. Jeder kämpft um die Macht im immer noch zerrissenen Irak. Besonders die Minderheiten leiden unter der instabilen Situation im Irak.
Man vernimmt immer wieder Meldungen von Anschlägen auf Christen und Schiiten. Erst am vergangenen Wochenende sorgten Anschläge radikaler Sunniten auf schiitische Pilger, die während des Ashura-Festes ihre wichtigen Pilgerstätten aufsuchten. Dabei wurden viele verletzt und getötet.
Die Lage der Christen ist aber mindestens genauso bedroht. Obwohl Christen weltweit das Fest der Liebe und des Friedens feierten, war für die christliche Minderheit im Irak nicht daran zu denken. Zwar war die Lage bisher relativ ruhig, aber gerade um die Weihnachtstage wurden auch wieder vermehrt Anschläge auf Christen und Kirchen verübt.
Allein in der Stadt Mossul starben mindesten sieben Menschen bei mehreren Anschlägen auf Kirchen. Die Christen leben in Angst und hoffen auf Hilfe aus dem Irak und aus dem Ausland. Bisher war die Hilfe aber so gering, dass viele Christen in die Nachbarländer oder nach Europa flüchteten und die die noch im Irak sind auch lieber flüchten würden.
Weihnachten soll eigentlich das Fest der Liebe und der Freude sein, aber von Freude war bei den Christen im Irak nicht viel zu spüren, wie auch nach den Anschlägen und der Tatsache, dass viele Familien das Fest nicht einmal gemeinsam begehen konnten, weil sie auseinandergerissen wurden.
Selbst Bischöfe aus unterschiedlichen Teilen des Iraks riefen die Christen dazu auf, Weihnachten eher im Verborgenen zu feiern, um die Schiiten, die in diesen Tagen ihre Trauer während des Ashura-Festes bekundeten nicht zu verärgern und für noch mehr Zündstoff zu sorgen.
Der Irak bleibt also auch weiterhin ein Sorgenkind, indem das Zusammenleben verschiedener religiöser Konfessionen nicht funktioniert, zumindest nicht friedlich. Die Regierung in Bagdad ist viel zu schwach dem religiösen Fanatismus und Zerwürfnissen Einhalt zu gewähren.
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