USA: Eingriff in jemenitischen Krieg

obama

taz.de

Der Kampf der jemenitischen Regierung gegen die Huthi-Rebellen im Norden des Landes ist keine Neuigkeit. Neu und erschreckend sind allerdings die Entwicklungen der vergangenen Monate und Tage. Ein Krieg ist ausgebrochen, in dem nicht nur jemenitische Kräfte, sondern auch Saudi-Arabien involviert sind.

Die Auswirkungen des Krieges sind vor allem für die Zivilbevölkerung verheerend. Bereits jetzt gibt es unzählige zivile Opfer, Menschen die durch Angriffe ums Leben kamen und Menschen, die obdachlos geworden sind und ihr Dasein nun in provisorischen Flüchtlingslagern fristen müssen.

Der Jemen steuert immer weiter unaufhaltsam auf eine Katastrophe zu, die Menschenrechtsorganisationen Kopfzerbrechen bereiten. Als gäbe es nicht schon genug Probleme im Land, zehrt nun der Krieg noch weiter an den Kräften der Regierung. Der Staatschef Ali Abdullah Salih hat aber nicht nur gegen die Rebellen im Norden zu kämpfen, auch der Süden wird immer unruhiger. Die Lage der Bevölkerung verschlechtert sich zusehends.

Die Rebellen, die seit Jahren gegen die Korruption in der Regierung und für bessere Bedingungen kämpfen, werden als Terroristen angesehen, die es zu bekämpfen gilt. Des Weiteren gilt der Jemen aber auch als beliebtes Rückzugs- und Ausbildungsgebiet für andere Terroristen wie al-Qaida und Taliban.

Grund genug also Krieg zu führen und diesen auch zu rechtfertigen. Auch Saudi-Arabien hat seine Begründung, in den Krieg im Nordjemen einzugreifen, gefunden. Man verteidigt seine Grenzen. Dabei dringt man aber weit in jemenitisches Gebiet ein und bombardiert mit Phosphorbomben, nur um sicher zu gehen, dass die Terroristen auch wirklich ausgeschaltet werden.

Die neuen Meldungen, dass nun auch Amerika sich in den Krieg einmischt, dürften nicht verwunderlich sein. Die Weltpolizei USA mischt überall dort mit, wo es gilt Terroristen, wer auch immer dies sein mag, zu bekämpfen oder aber Rohstoffe gegen diese zu verteidigen.

Die USA, die eigentlich genug eigene Probleme hat, muss sich überall mit einmischen und dank George W. Bushs Aufruf zum Kampf gegen den weltweiten Terror hat man ja auch immer die passende Verteidigung von Angriffen weltweit. Nur gut, dass es Gruppen wie al-Qaida und Taliban gibt, die immer wieder als Grund für amerikanische Angriffe angegeben werden.

Obwohl es bisher noch verleugnet wird, sollen nach Angaben verschiedener Quellen am Donnerstag amerikanische Kampfjets in die Kämpfe im Norden des Jemen eingegriffen haben, dabei wurde natürlich nur auf ein Trainingslager der al-Qaida gezielt. Man war bemüht, den jemenitischen Kopf der Terroristen auszuschalten. Fadenscheinige Entschuldigungen für einen eigentlich nicht zu rechtfertigenden Angriff.

Bei dem Angriff am Donnerstag wurden viele Zivilisten, darunter auch über 20 Kinder, getötet. Offiziell ist der Angriff der jemenitischen Armee und Polizei zuzurechnen, aber wer glaubt da wirklich daran, ist die Handschrift der USA doch deutlich zu erkennen.

Der Angriff wird gerechtfertigt mit der Begründung, Terroristen, die im Jemen ausgebildet werden oder Unterschlupf hier suchen, unschädlich zu machen. Viele Kämpfer, die in Afghanistan und Pakistan gegen die internationalen Schutztruppen und Regierungen agieren sollen aus dem Jemen kommen oder hierher zurück kommen, um neu gestärkt wieder in Afghanistan und Pakistan anzugreifen. Eine gelungene Verschwörungstheorie, an der zwar auch etwas Wahres dran sein könnte, die aber dennoch nicht den Eingriff Amerikas rechtfertigt. Oder doch?

Man muss sicher die Medien verfolgen, aber derzeit sieht es so aus, als hätte die USA einen neuen Kampfplatz gefunden, um für das „Gute“ zu kämpfen. Es lebe der Kampf gegen den Terrorismus, der die USA weltweit auflaufen lässt. Es scheint als entwickle sich die Friedensmacht mit einem Friedensnobelpreisträger als Regierungschef, der doch die Diplomatie in allen seinen Antrittsreden so hoch gehoben hat, zu einer Kriegsmacht zu entwickeln.

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Dezember 20th, 2009 Kategorie: Amerika, Politik



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