Weiterer Gewaltanstieg in Afghanistan

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Am 20. August wählt die afghanische Bevölkerung im Krieg, denn eine andere Beschreibung kann man hierfür nicht finden. Trotz seiner Gegenkandidaten stehen die Chance für den derzeitigen Machtinhaber Karsai sehr gut und man geht davon aus, dass er in seinem Amt bestätigt wird.

Die Anschläge nehmen zu, ob es daran liegt, dass die Taliban die Wahl verhindern wollen oder ob es an der allgemeinen Strategie der Taliban liegt, den Soldaten und der afghanischen Bevölkerung ihre Gewaltbereitschaft und Stärke zu zeigen, ist sicher eine schwierige Frage. Es werden wohl beide Tatsachen eine Rolle spielen.

Die Taliban und al-Qaida wollen einen Gottesstaat für sich, dies versuchen sie nun in Afghanistan umzusetzen, nachdem sie im Irak keine Erfolge hatten mit ihrem gesetzten Ziel. Doch die afghanische Regierung und die internationalen Truppen lassen sich dadurch nicht unterkriegen.

Die Wahl als ein demokratischer Akt wird auf alle Fälle stattfinden, wenn sie vielleicht auch nicht perfekt sein wird, so wird sie den Taliban doch klar machen, wer das Sagen hat: Die internationalen Truppen. Diese sind in Afghanistan stationiert nicht nur um gegen den Terror zu kämpfen, sondern um die Demokratie in diesem Land am Hindukusch zu stabilisieren. Da war es wieder: Demokratie, eine weitere Demokratie wie im Irak, wo es immer noch Anschläge gibt und Menschen auch 6 Jahre nach dem Krieg noch flüchten.

Oder auch wie in Israel, eine Demokratie, die im Inneren eher eine despotische Regierung ist, ohne kompromissbereit zu sein und den Verhandlungstisch eher nutzt als Gewalt und Androhungen. Fakt ist, ein Gottesstaat ist zu verhindern, aber man muss auch darauf achten, dass demokratische Prinzipien wirklich durchgesetzt werden und nicht nur einen weiteren Verbündeten Amerikas zaubert, der dem Land den Zugriff auf die Rohstoffe gewährt.

Die Gewalt nimmt zu. Am Wochenende sind wieder 18 Menschen getötet wurde, darunter auch Talibankämpfer. Man ist seines Lebens nicht mehr sicher und die Patrouillen der internationalen Truppen werden immer häufiger zu Angriffspunkten der Taliban.

Der Krieg ist so schmutzig geworden, dass selbst Transporter der Roten Kreuzes angegriffen werden, als Zielscheibe für die Taliban gelten und somit seit neustem die Fahrzeuge des Roten Kreuzes stehen gelassen werden. Die Ärzte und Helfer begleiten die Patrouillen nun in geschützten Fahrzeugen mit Panzerfäusten und anderen Waffen, um sich schützen zu können.

Ob die neue amerikanische Strategie fruchten wird, ist fragwürdig. Diese sieht vor, radikal gegen die Hochburgen der Taliban vorzugehen, die sich im Süde des Landes an der Grenze zu Pakistan befinden.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Wahlen halbwegs sicher ablaufen, ohne dass hier viele unschuldige Menschen ihr Leben einbüßen müssen. Interessant wird sicher auch die Wahlbeteiligung sein. Wie viele afghanische Bürger werden sich trauen, ihr Leben zu riskieren, um die neue Regierung des Landes zu wählen.

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Juli 27th, 2009 Kategorie: Naher Osten, Politik



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