Frauenfeindlicher Islam: Angriff auf algerische Schauspielerin

frauen im islam
Zum Theaterauftritt mit Polizeischutz, das klingt zwar etwas ungewöhnlich, ist aber für die algerische Autorin und Schauspielerin Rayhana nun zum Alltag geworden. Sie tritt derzeit mit einem Stück auf, indem die Rolle der Frauen im Islam dargestellt und kritisiert werden soll.
Neun Frauen treffen sich in einem öffentlichen Hamam und reden über ihre Erfahrungen und vor allem Ängste. Alle können von irgendeiner Art der Unterdrückung oder des Missbrauchs berichten. Mit viel Humor und Sarkasmus werden Schicksale vermittelt, die übrigens nicht nur Musliminnen berühren und betreffen, sondern bei vielen Frauen egal welchen Hintergrunds Parallele zum eigenen Leben erkennen lassen.
Die Vorstellungen sind ausverkauft und die Damen treten unter Polizeischutz auf, um einen weiteren Anschlag zu verhindern. Die algerische Schauspielerin Rayhana wurde auf offener Straße von zwei Männern angegriffen. Dabei wurde sie nicht nur mit frauenfeindlichen Parolen und islamischen Sprüchen belegt, die Männer gingen weiter.
Sie übergossen Rayhana vor dem Theater, indem derzeit das Theaterstück aufgeführt wird, mit Benzin und versuchten sie mit einer brennenden Zigarette anzuzünden. Der Anschlag schlug Gott sei Dank fehl und die Frauenrechtlerin und Schauspielerin kam mit dem Schrecken davon.
Dass der Angriff eindeutig durch das Theaterstück provoziert wurde, zeigen der Tathergang und der Versuch, die Schauspielerin mit Zigaretten anzuzünden. Das Theaterstück trägt den Titel „In meinem Alter verstecke ich mich noch, wenn ich rauche“ und spricht ganz deutlich schon im Titel die Angst vor den Eltern, den Respektpersonen an.
Die Algerierin lässt sich aber nicht einschüchtern und hält an ihrer Kampagne zur Aufklärung über die Rolle der Frau im Islam fest. Bereits in Algerien erlebte sie in ihrem Beruf viel Gewalt, was sie auch letztendlich dazu veranlasste, nach Frankreich zu gehen.
Doch selbst hier ist sie vor religiös motivierten Übergriffen nicht gefeit. Rayhana macht weiter und kämpft für die Frauen, dabei fühlt sie sich ihren Fans verpflichtet und fürchtet weniger um ihr Leben. Ihr Mut und ihr Engagement könnten Ansporn für andere muslimische Künstlerinnen sein, ebenfalls die Verschwiegenheit zu zerbrechen und an die Öffentlichkeit zu treten.
Frankreich ist entsetzt ob dieses Angriffes und der französische Kulturminister sagte der algerischen Künstlerin jede Unterstützung zu, die sie benötigt. Das ist gut so, denn hier werden Grenzen überwunden, man findet sich im Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen zusammen.
Gerade Musliminnen leiden oft an den Aggressionen ihrer Ehemänner oder allgemein der Männer in der Familie. Obwohl der Koran nicht eindeutig zur Unterdrückung der Frauen aufruft, werden Suren jedoch häufig so gedeutet, dass genau das herausgestellt wird.
Die Männer genießen ihre Macht über die Frauen und nur wenige haben wohl wirkliches Interesse daran, etwas zu ändern, indem man beispielsweise entsprechende Suren anders interpretiert oder übersetzt. Solange die Unterdrückung der Frauen religiös gefördert oder zumindest entschuldigt und gerechtfertigt wird, solang muss man dagegen ankämpfen und protestieren.
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