Gaza-Krieg: Verurteilung von Offizieren wegen Einsatz von Phosphor

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taz.de

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 27.12. 2008, marschierte die israelische Armee im Gaza-Streifen ein, ein verheerender Krieg brach aus und forderte viele Opfer. Der Krieg wurde als Verteidigung des Landes gerechtfertigt, da zuvor Raketen aus dem Gaza-Streifen abgeschossen wurden.

Schnell gerieten aber beide Seiten unter Kritik aufgrund der ungerechtfertigt harten Kriegsführung und vor allem der Propaganda und Kriegsführung, die nicht nur auf dem Schlachtfeld sondern auch über das Internet ausgetragen wurde.

Journalisten wurden außer Landes geschickt und schnell wurde vor allem Israel ob seiner grausamen Kriegsführung wegen angeklagt. Schnell wurde gemeldet, dass Phosphorgranaten eingesetzt wurden, womit gleichzeitig auch gegen bestehendes Kriegsrecht verstoßen wurde.

Nun, fast ein Jahr später, müssen sich endlich zwei ranghohe Offiziere vor Gericht verantworten, ihnen droht allerdings nur eine Disziplinarstrafe, also im Vergleich zu dem, was im Krieg befehligt wurde, eine äußerst geringe Strafe, die in den Augen vieler wohl nicht als Gerechtigkeit angesehen werden kann.

Die zwei Offizieren werden nach den Ermittlungen der Kommissionen zur Untersuchung und Aufklärung der Kriegsverbrechen nun von der israelischen Armee bestraft. Ihnen wird vorgeworfen, leichtfertig Menschenleben während der militärischen Offensive, riskiert zu haben, als sie anordneten, ein UNO-Gebäude mit Phosphor-Granaten zu beschießen.

Schon während des Krieges wurde der israelischen Seite vorgehalten, Phosphor-Granaten einzusetzen und damit viele Opfer vor allem auch unter den Zivilisten in Kauf zu nehmen. Normalerweise ist der Einsatz von Phosphor nur in weiten unüberschaubaren Kriegsgebieten gestattet, da diese Chemikalie eingesetzt wird, um Ziele zu erhellen oder aber um Sichtschutz durch die Rauchentwicklung zu erreichen.

Wird die Chemikalie in bevölkerungsdichten Gebieten eingesetzt, kann dies verheerende Folgen haben. Viele Verletzte, die während des Krieges und danach behandelt wurden, wiesen Verletzungen auf, die typisch für die Wirkung der Chemikalie sind.

Bedenkt man die Gefahr, die von Phosphor ausgeht und vor allem, dass die Offiziere den Befehl zum Beschuss einer UNO-Einrichtung gaben, wirkt die Disziplinarstrafe, die die Offiziere nun erhalten haben, als lächerlich und keineswegs gerechtfertigt.

Man kann nur auch hoffen, dass noch andere Beteiligte sich endlich verantworten müssen und vor allem auch der Staat bzw. das Militär endlich einmal Konsequenzen zu tragen hat. Den Einsatz von Phosphor haben auf Garantie mehr Distanzen entschieden als die zwei verurteilten Offiziere.

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Februar 1st, 2010 Kategorie: Naher Osten, Politik



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