Hilfskonvoi im Gazastreifen angekommen

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ihh.org.tr

Endlich ist es soweit: Der Hilfskonvoi für Gaza, der mehrere Tage in Jordanien festhing, ist angekommen. Allerdings ist noch nicht ganz klar, ob alle 210 LKWs des Konvois schon die Grenze zu al-Rafah passiert haben oder nicht.

Am Mittwochabend kam es in der ägyptischen Stadt al-Arish, über die der Konvoi nach vielen Diskussionen umgeleitet wurde, zu Auseinandersetzungen zwischen Beamten aus Kairo und den Friedensaktivisten, die den Konvoi von England aus begleiten. Grund für die Auseinandersetzungen war die Diskussion über die Anzahl der LKWs, die die Grenze nach Rafah durchfahren dürfen.

Ursprünglich erhielten die Organisatoren und Aktivisten von Viva Palästina die Zusage aus Ägypten, dass alle LKWs die Grenze passieren und direkt nach Gaza dürften. Doch gestern klang das ganz anders. Ägypten wollte plötzlich nur noch 139 der 210 LKWs passieren lassen.

Die anderen LKWs sollten über den israelischen Grenzposten Kerem Shalom fahren und dann von Tel Aviv in den Gaza-Streifen weiter transportiert werden. Aber keiner der Aktivisten will daran glauben, dass die Hilfsgüter, die über Israel geleitet werden sollen, auch wirklich in Gaza ankommen sollten. Israel dürfte kein wirklich großes Interesse daran haben, den Hilfskonvoi in den abgeschotteten Gaza-Streifen weiter zu schicken.

Die Teilnehmer und Unterstützer des Hilfskonvois wehrten sich gegen die ägyptische Haltung, da sie sich allerdings nicht einigen konnten, kam es dann auf dem Hafengelände von al-Arish zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Aktivisten, bei denen mindestens 55 Menschen verletzt wurden.

Positiv ist, dass sich das Team von Viva Palästina nicht von all den Tiefschlägen und Problemen von seinem Vorhaben abbringen lässt und dieses verteidigt. Es ist gut zu wissen, dass es wirkliches Interesse an der Bevölkerung im Gaza-Streifen gibt und dass man helfen will. Seit 2007 leben die Palästinenser im Gaza-Streifen eingeschlossen in ihrem Landstück. Seit dem Krieg im vergangenen Jahr hat sich die Lage noch weiter verschlechtert, so dass die Menschen wirklich auf Hilfe angewiesen sind.

Das Verhalten der ägyptischen Behörden und Polizisten sorgte aber nicht nur bei den Teilnehmern des Hilfskonvois für Empörung und Anspannung, viele Menschen in verschiedenen europäischen Hauptstädten protestierten gegen die ägyptische Politik vor den Botschaften in den einzelnen Städten.

Neben den Auseinandersetzungen zwischen Aktivisten und ägyptischen Polizisten hat Israel in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch neue Angriffe gegen den Gaza-Streifen gestartet, indem es Raketen auf fünf Milizionäre abgefeuert hat. Außerdem wurde auch bekannt, dass Israel ein Raketenabwehrsystem getestet hat, mit dem es sowohl Raketen aus dem Gaza-Streifen als auch aus dem Libanon abfangen kann.

Doch nicht nur, dass Angriffe gestartet und israelische Panzer im Gazastreifen einige Felder zerstörten und auf Häuser feuerten, Israel beschloss nun auch, den Grenzübergang östlich von Gaza-Stadt zu schließen. Hierüber wurden bisher Flüssigstoffe wie Gas, Benzin, Diesel und Öl transportiert. Diese Stoffe sollen zukünftig über den israelischen Grenzübergang Kerem Shalom geleitet werden. Bei einer Umstellung mitten im Winter muss aber mit Problemen bei der Versorgung im Gaza-Streifen gerechnet werden, was die Unruhen und den Hass auf Israel weiter schüren dürfte.

Trotz der positiven Meldung also, dass zumindest erst einmal 140 LKWs des Hilfskonvois den Gaza-Streifen erreicht haben, gibt es sonst nichts Positives zu berichten. Im Gegenteil: Es zeichnet sich eine neue kriegerische Auseinandersetzung zwischen den beiden Staaten ab, die aber hoffentlich irgendwie verhindert werden kann.

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Januar 7th, 2010 Kategorie: Naher Osten, Politik



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Ein Kommentar zu “Hilfskonvoi im Gazastreifen angekommen”

  1. Lazy says:

    na gott sei dank kam der hilfskonvoi endlich an! :)

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