Jemen: Rebellenführer al-Houthi verkündet Waffenruhe

Abdul-Malik-al-Houthi

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Im August 2009 startete die jemenitische Armee unter Befehl der Regierung eine Großoffensive gegen die schiitischen Rebellen im Norden des Landes. Bereits zuvor kam es schon immer zu Auseinandersetzungen der Rebellen und der Regierung vor allem durch unterschiedliche politische Auffassungen und Interessen.

In den Krieg mischte sich zeitweilig auch Saudi-Arabien mit ein, um seine Grenzregion zu verteidigen, wie es offiziell hieß. Ob dies auch inoffiziell die einzigen Beweggründe Saudi-Arabiens waren, in den Krieg einzugreifen und in jemenitisches Gebiet vorzudringen, bleibt dahin gestellt.

Der Krieg forderte viele Opfer, tausende unschuldige Jemeniten kamen ums Leben oder verloren ihr Hab und Gut. Die Zahl von 250.000 Binnenflüchtlingen spricht dabei wohl für sich. Die Regierung hatte sich bei der Kampfhandlung verplant. Sie ging nicht von einer solchen Stärke der Rebellen aus, die aber auch aus dem Iran Unterstützung erhielten.

Der Krieg konnte nicht einfach schnell wieder beendet werden und schon gar nicht mit dem Triumpf der Regierungstruppen und so blickte man doch ernüchtert auf die eskalierende Situation. Umso erfreulicher ist es nun, dass die Rebellen einen Waffenstillstand verkündet haben.

Am Samstag konnte man nach Angaben einiger Quellen den Rebellenführer Abdulmalik al-Houthi auf einer Tonbandbotschaft im Internet auf der Seite der Aufständischen verfolgen. Al-Houthi erklärt die Waffenruhe, um nicht noch mehr Leid zu bringen und den Jemen in eine ausweglose Situation des Zerfalls zu bringen.

Wie er weiter bekannt gab, sind die Rebellen sogar bereit, die Bedingungen der Regierung zu akzeptieren. Die Hauptsache scheint nun nur noch der Frieden. Ein wenig merkwürdig erscheint der Sinneswandel des Rebellenführers schon, der gegen die Korruption und die Regierung kämpfen wollte, um seine Interessen durchzusetzen.

Bereits eine Woche zuvor schickte al-Houthi ein Waffenstillstandabkommen an Saudi-Arabien, dass auch offiziell von Riad angenommen wurde. Mit der am Samstag verkündeten Waffenruhe mit der jemenitischen Regierung und der Zusicherung, die Bedingungen der Regierung zu erfüllen, scheint die Nordregion endlich wieder auf dem Weg zu Stabilität zu sein, wobei man dies sicher noch mit Vorsicht genießen muss.

Die Waffenruhe ermöglicht nun sicher auch vielen Flüchtlingen wieder die Rückkehr in ihre Heimatdörfer, wo zwar sicher viel Aufbauarbeit geleistet werden muss, was aber besser sein dürfte, als sein Leben im Flüchtlingscamp zu fristen. Doch bis die Bevölkerung in ihre Heimatdörfer zurückkehren kann, wird trotz aller eventuell aufkommener Euphorie über das Angebot zum Waffenstillstand, noch eine lange Zeit ins Land streichen.

Ob an dem Sinneswandel des Rebellenführers al-Houthi wirklich nur seine Solidarität mit den Jemeniten und seinem Heimatland ist, ist sehr stark anzuzweifeln. Bisher gibt es aber noch keine Anhaltspunkte, dass andere Interessen oder Verstrickungen hinter der Waffenruhe stecken könnten und so kann man nur das Beste hoffen.

Doch die Regierung geht nicht auf die Angebote des Rebellenführers ein. Wie gerade vor wenigen Minuten bekannt gegeben wurde, werde die Regierung den Waffenstillstand nicht unterzeichnen. Die Regierung zeigt sich solange nicht verhandlungsbereit, solang der Waffenstillstand von den Rebellen selbst nicht eingehalten wird. Erst wenn die Houthi-Rebellen das Feuer einstellen, wird man auch in der jemenitischen Regierung über Verhandlungen und Gespräche mit den Rebellen nachdenken.

Die Gefahren, die im Jemen noch immer lauern sind ja auch nicht zu unterschätzen und können dem Land, vor allem aber der Regierung in Sanaa stark zusetzen. Da wäre zum einen das entdeckte aktive Netzwerk der al-Qaida, das bisher mehr oder weniger unentdeckt agierte, nun aber in das Interesse der Öffentlichkeit rückte und die Separatistenbewegung im Süden des Landes, die der Regierung mit ihren Forderungen und Drohungen stark zusetzt.

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Januar 31st, 2010 Kategorie: Naher Osten, Politik



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