Pleitegeier über der Nato – Ergebnis des Afghanistan-Einsatzes

afghanistan-einsatz

el.toonpool.com

Ende Januar wurde auf der Afghanistan-Konferenz in London beschlossen, doch noch einmal mehr Soldaten an den Hindukusch zu schicken, die Soldaten werden hauptsächlich von Deutschland und den USA gestellt. Man diskutierte über eine neue Strategie und das schon nach nur 8 Jahren im Krieg.

Die Finanzkrise macht allen zu schaffen und der Afghanistan-Einsatz gerät auch immer mehr unter Kritik vor allem hinsichtlich der Kosten, die hier jedes Jahr verschlungen werden. Kein Wunder, dass der auf der Konferenz festgelegte Betrag für die Errichtung eines Fonds für kampfmüde Taliban nur auf Ablehnung und für Gespött sorgt.

Die Staaten haben durch die Wirtschaftskrise und die ausländische Einsätze sowie Entwicklungshilfe und alle anderen anstehenden Kosten, eine Neuverschuldung zu beklagen, die vor allem in Europa in fast jedem Mitgliedsland die zugelassene Höchstgrenze überschreitet. Die Militärkosten gerade für Afghanistan sind explodiert und sicher auch nicht mehr zu rechtfertigen, denn bisher brachte ja kein Einsatz wirklich Veränderung.

Nun meldet sich auch die Nato zu Wort, das größte Militärbündnis der Gegenwart und führt das fort, was derzeit eigentlich alle Länder machen müssen: Sparen. Die Kosten für den Afghanistan-Einsatz sind so explodiert, dass nun auch die Nato sparen muss, denn im Haushalt fehlt Geld, insgesamt eine Lücke von 720 Millionen Euro wurde ermittelt.

In einem anderen unabhängigen Fond fehlt aber auch Geld. Dieser Fond wird dazu genutzt, die Kosten für die afghanische Armee zu decken und selbst hier fehlt es hinten und vorn. Ob die gesamte benötigte Summe noch zusammengebracht wird, ist derzeit nicht klar, zumindest das wie ist noch nicht klar.

Nun kommen klare Worte aus dem Munde des Nato-Generalsekretärs Rasmussen, der mit einem Vier-Punkte-Plan ein umfassendes Sparpaket aufstellen will. Der Plan sieht also vor, innerhalb der Nato zu sparen, andererseits aber auch die Mitgliedstaaten zu mehr finanzieller Hilfe zu drängen. D.h. für die Staaten kommen neben den eigenen Kosten, vor allem für den Afghanistan-Einsatz, nun noch weitere Kosten zur Deckung des Haushaltsdefizites der Nato zu.

Wenn das mal keine tollen Nachrichten sind, ein Schröpfen und Ausnehmen, das die Erholung der Budgets in den Ländern auf keinem Fall entgegenkommt. Eins ist aber sicher: Man will den Einsatz am Hindukusch nicht gefährden und sucht aus diesem Grund erst einmal neue Finanzspritzen, bevor man selbst auf Sparmaßnahmen zurückgreift.

Aufgrund der eingetretenen Haushaltslücke und den deutlich gestiegenen Ausgaben, die für dieses Jahr kalkuliert wurden, muss in der Nato eine Reform des Finanzierungssystems her. Man weiß, dass man schnell eine Lösung finden muss, sollen die Kosten nicht noch größere Lücken in den Etat der Nato reißen. Wie man dies aber anstellen will, ist noch nicht klar. Die Umsetzung des Sparpakets sollte aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Nur schlechte Nachrichten also aus Istanbul, wo derzeit eine Tagung stattfindet. Neben den Hiobsbotschaften zur finanziellen Lage und steigender Kosten, da die Isaf-Gruppe ja auf 150.000 Mann aufgestockt werden soll, kam noch eine wenig ermunternde Nachricht von Rasmussen.

Rasmussen betonte zwar, dass die Sicherheit der Soldaten oberste Priorität haben soll, kündigte aber gleich an, dass schwierige Zeiten auf die Soldaten zukommen. Alle im Einsatz in Afghanistan müssen mit mehr Kämpfen und Anschlägen rechnen, bei denen sicher auch Opfer zu beklagen sein werden.

Die geplante Großoffensive der internationalen Truppen gegen die Taliban und al-Qaida im Süden Afghanistans dürfte ein schwerer Brocken für die Soldaten werden, Verluste müssten eingerechnet werden. Dennoch wird der Einsatz gerechtfertigt, da man dadurch die Taliban und al-Qaida schwächen und zurückdrängen kann und somit die Kontrolle über weitere Gebiete bekommt.

Wenn sich die Herren da mal nicht alle verrechnen. Der Großeinsatz der US-Soldaten, der so hoch angepriesen wurde, brachte auch nicht die erhofften Erfolge. Man kann nur hoffen, dass die Soldaten nicht in den Tod getrieben werden, nur weil man sich minimale Erfolge im Kampf gegen die Terroristen ausrechnet.

Beliebte Suchanfragen zu diesem Artikel

finanz. kosten afghanistan krieg für die nato, haushaltsplan afghanistaneinsatz, nato finanzen,

Februar 6th, 2010 Kategorie: Europa, Politik



Verwandte Artikel:

Trackbacks/Pingbacks

  1. catchline.de
  2. kledy.de
  3. Webnews.de

Hinterlasse einen Kommentar