Arabische Küche - abwechslungsreich und lecker
Schlendert man in Deutschland durch Supermärkte findet man immer häufiger Zutaten wie Couscous oder Tahine, die dem arabischen Raum entspringen. Doch leider ist die arabische Küche bisher nur sehr wenig in Deutschland verbreitet.
Bevor ich jedoch weiter schreibe, sollte hier an dieser Stelle geklärt werden, dass "arabische Küche" eigentlich unkorrekt ist. Es gibt keine einheitliche Küche in den arabischen Ländern, viel zu unterschiedlich sind dafür auch die historischen Voraussetzungen und Einflüsse. Während die Länder des Nahen Osten, heißt die Länder, die im Osten des asiatischen Kontinents liegen, viele verschiedene Einflüsse erlebten und diese auch häufig mit in ihre Essgewohnheiten integrierten, ist die nordafrikanische Küche in Marokko, Tunesien und Libyen noch sehr viel traditioneller.
Geht man beispielsweise im allgemeinen davon aus, dass arabisches Essen scharf ist, ist dies ein Trugschluss, denn nur in Tunesien, Libyen und dem Jemen wird das Essen scharf gewürzt. In den anderen Ländern, wie in Syrien und in Jordanien ist das Essen weniger scharf und somit dem europäischen Gaumen weniger fremd oder exotisch.
Während in den nordafrikanischen Ländern vor allem in Marokko und in Tunesien noch immer traditionelle Gerichte der Berber gekocht werden, findet man in Syrien eine Küche, die aufgrund der historischen Entwicklung von der türkischen Küche beeinflusst ist. In allen Ländern gilt jedoch, dass die einfachen Gerichte wohl die schmackhaftesten sind und demzufolge häufig gekocht werden.
Hört man von Lamm mit Pflaume oder Taube mit Puderzucker ist dies sicher für unseren Gaumen zunächst einmal ein neues Erlebnis. Die Kombination von Scharf und Süß ist aber sehr schmackhaft und auf jeden Fall auszuprobieren. In Syrien hingegen wird man solche Gerichte, in denen Süße mit Scharfem vermischt ist, nicht finden. Hier darf man sich auf Reisgerichte der verschiedensten Variationen wie z.B." Mansaf" (Reis mit Soße von trockenem/salzigem Joghurt und Fleisch) oder "Magloube" (Reis auf verschiedenste Art mit Gemüse und Fleisch oder auch Nüssen zubereitet) freuen.
In Tunesien wird zum Würzen der meisten Gerichte Harissa verwendet, eine feurige Paste aus Chili, Knoblauch, Olivenöl und Salz, die dem Essen die nötige (für den ein oder anderen vielleicht auch unnötige) Schärfe verleiht. Doch hat man sich erst einmal an die Harissa-Schärfe gewöhnt, genießt man die landestypischen Spezialitäten, die häufig mit Couscous oder Reis gereicht werden.
In Syrien sucht man vergebens nach Harissa, dafür wird hier zum Essen häufig Joghurt gereicht. Besonders lecker ist der Joghurt, der ähnlich dem griechischen Tzatziki, mit Gurke und Knoblauch verfeinert wird und zur Hauptspeise gereicht wird. Auch in Syrien wird sehr viel Reis verzehrt. Als Pendent zum nordafrikanischen Couscous, wird in Syrien und anderen arabischen Ländern des Mashriq Bulgur (Bulghul = Weizengrieß) als Beilage gereicht.
Auch wenn sich die Beilagen ähneln mögen und nicht sehr abwechslungsreich klingen, hat die "arabische Küche" sehr viele Leckereien in unterschiedlichsten Facetten zu bieten. Das Angebot an nahrhaften und leckeren Speisen ist sehr üppig. Und eines gilt in allen Ländern der arabischen Welt: Nach dem Essen gönnt man sich in aller Ruhe einen Tee oder Kaffee, um die Mahlzeit abzurunden.
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