Fotografie und Film
Begibt man sich auf reisen, dann bewaffnet man sich prinzipiell immer mit einer Videokamera oder einer „normalen" Kamera (altes Wort dafür, das scheinbar immer weiter zurückgedrängt wird: Fotoapparat), um möglichst viele Eindrücke des Urlaubs festzuhalten, so dass man seinen in der Heimat zurück gebliebenen Freunden und Verwandten diese später besser vermitteln kann und für sich Erinnerungen festhält. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn gerade in den arabischen Ländern ist das Filmen und Fotografieren nicht uneingeschränkt überall möglich. So sollte man auf alle Fälle darauf verzichten, muslimische/verschleierte Frauen auf Bildern festzuhalten, gerade dann, wenn man sie nicht vorher um ihr Einverständnis gefragt hat. Im Allgemeinen gilt, dass man Leute, die man fotografieren möchte zunächst fragt, lehnen sie ab, sollte man sich mit der Antwort abfinden und Diskussionen auf jeden Fall vermeiden.
Hat man muslimische Freunde, die man zu Hause besucht und fotografiert, so gilt vor allem für Frauen (hinter der Kamera), dass sie ihre unverschleierten Freundinnen nicht fotografieren oder die entstandenen Bilder unter Verschluss halten sollten, so dass das Ansehen der muslimischen Frauen gewährleistet und aufrecht erhalten wird.
Das Filmen und Fotografieren von Gotteshäusern (Moscheen und Kirchen) ist prinzipiell gestattet, wobei man aber auch hier beachten sollte, das Betende nicht gefilmt oder fotografiert werden dürfen.
Anders gestaltet es sich bei Militäranlagen sowie Regierungsgebäuden und Brücken, da hier das Fotografieren strengstens verboten ist. Diese Verbot sollte man auf jeden Fall ernst nehmen und sich daran halten, sonst könnte es kritisch werden. Die Zerstörung des Films bzw. das Beharren auf das Löschen der erstellten Bilder ist noch die harmloseste Reaktion darauf. Übrigens spreche „besser gesagt schreibe" ich hier aus eigener Erfahrung: Als ich 1995 das erste Mal mit meiner Mutter in Syrien unterwegs war, fotografierte ich nichtsahnend die Landschaft auf dem Weg nach Tadmour (Palmyra) bis wir von Soldaten angehalten wurden. Obwohl wir mit Syrern unterwegs waren, die sich für uns einsetzten und mit dem Militär diskutierten und zu verhandeln versuchten, musste ich meinen Film abgeben, durfte aber die Kamera (Gott sei dank) behalten.
Also gilt: Schilder, die auf Militäranlagen hinweisen und Gebäude, die von Soldaten bewacht werden, dürfen nicht fotografiert oder gefilmt werden!
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