Diskussion um Rückgabe des Golan an Syrien
Madjele, Mitglied der in Israel mitregierenden Arbeiterpartei, ist der erste muslimische Araber, der im israelischen Kabinett aufgenommen wurde, rief in der israelischen Regierung große Debatten herauf. In einem Interview mit der kuweitischen Zeitung “ar-Rai” gab Madjele an, dass die Rückgabe der Golanhöhen an Syrien wesentlich wichtiger ist, als die Annexion weiterhin aufrecht zu halten. Aufgrund der Auseinandersetzungen um die Golan-Höhen ist das Verhältnis zwischen Syrien und Israel stark negativ beeinflusst.
Madjele wies außerdem auf die Einigung des verstorbenen syrischen Präsidenten Hafez al-Assad und dem damaligen israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin hin, dass das Ausmaß des israelischen Rückzuges aus syrischem Gebiet gleichzeitig über die Ausdehnung des Friedens zwischen beiden Staaten entscheidend sein würde.
Weiterhin sagte der Minister, dass Israel seiner Meinung nach bereit ist, diesen Schritt zu gehen, d.h. sich aus dem Golan zurückzuziehen, um so Frieden zu den arabischen Nachbarn – allen voran Syrien – herzustellen. Da Israel keine weiteren gebietsinteressen in Syrien hat, stünde einem Abzug also nichts mehr im Wege.
Die Äußerungen Madjeles sorgten allerdings für große Aufregung in der israelischen Regierung. Die rechtsorientierte Partei distanzierte sich entschieden von Madjeles` Äußerungen, die nur eine persönliche Meinung nicht aber die Ansicht der Regierung widerspiegeln. Entgegen der Verurteilung Madjeles von Seiten der rechtsorientierten Partei, nahm die linksorientierte Partei Stellung für Madjele und begrüßte dessen Vorschläge. So unterstreichen die Abgeordneten der Linkspartei ebenfalls die enorme Bedeutung eines Friedens mit Syrien, der auf alle Fälle ein weit größerer strategischer Schritt wäre, als die Sicherheit, die Israel mit Besitz des Golan inne hat.
Madjele, der sich als muslimischer Araber auch als Vermittler zwischen den Parteien zur Verfügung stellen würde, sprach sich auch weiter für die Freilassung des libanesischen Gefangenen Samir Kuntar aus im Gegenzug mit einem weiteren Gefangenenaustausch mit der Hisbollah.
Zeichnen sich etwa kurz vor der Nahost-Friedenskonferenz in den USA positive Wendungen in der Region ab oder ist es noch zu früh darauf zu hoffen, dass sich Madjele mit seinem Anliegen durchsetzen kann. Während man eine Annäherung zwischen Israel und Syrien zumindest versucht, scheint die Lage in der Türkei sich allerdings weiter zuzuspitzen.
Bleibt nur zu hoffen, dass Madjele weitere Befürworter findet und sich die israelische Regierung im Streit um die Rückgabe der Golan-Höhen nicht absolut trennt und sich die Parteien so weit voneinander entfernen, dass auch hier alle Hoffnungen bereits wieder im Keim erstickt werden.