Am Wochenende steht München Kopf, denn im Bayrischen Hof wird morgen die jährlich stattfindende Sicherheitskonferenz eröffnet.
Erwartet werden viele Politiker und Gesandte aus Ländern wie den USA, Russland, Frankreich, dem Iran, Afghanistan und anderen Staaten, um gemeinsam neue Richtlinien festzulegen und über die Lösung bestehender Probleme zu diskutieren. Mit der Entsendung des amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden signalisiert die USA einen Neuanfang, der sich vor allem an besseren und intensiveren Beziehungen mit der internationalen Öffentlichkeit orientiert.
Bereits im Vorfeld zeigt sich aber schon das hohe Konfliktpotential, das auf der Konferenz zu erwarten sein wird. Neben der Diskussion über den Umgang mit den Altschulden des Obama-Vorgängers Bush und den Überlegungen, wie mit den Guantanamo-Häftlingen umgegangen werden soll, stehen auch wieder Themen wie allgemeine Abrüstung und der Atomstreit mit dem Iran auf der Liste. Neben den genannten Tagesordnungspunkten sollen aber auch der Streit Russlands mit der NATO und künftige Lösungsansätze besprochen werden.
Da die Lage in Afghanistan nach wie vor sehr kritisch ist, will man die Konferenz ebenfalls nutzen, um hier neue, effektivere Sicherheitsstrategien in dem von Krieg und Terror zerrütteten Land zu finden. Meiner Meinung nach sollte in diesem Zusammenhang aber auch die Drogenproblematik Afghanistans und die wirtschaftliche Abhängigkeit der Menschen vom Drogenanbau und -handel diskutiert werden. Die Menschen brauchen eine funktionstüchtige Wirtschaft und eine stabile politische Lage, um irgendwann positivere Zukunftsaussichten zu haben.
Für die Teilnehmer an der Konferenz steht ein großes und sehr konfliktgeladenes Programm auf der Tagesordnung. Wenn nur in zwei der genannten Punkte gemeinsame Grundlagen zur Behebung der Probleme gefunden werden, wäre dies schon ein sehr guter Anfang und positiv für die Tagung.
Ich kann nicht verstehen, warum auf solchen Treffen so viele Probleme auf dem Tagesplan stehen, denn so kann man die Fragen nur oberflächlich ansprechen, hat aber keine Zeit wirkliche Lösungsansätze zu finden.