Die Bahnhofsviertel in vielen deutschen Großstädten sind nicht wirklich einladend oder vertrauenserweckend. Man ist immer bemüht, schnell aus diesen Gegenden zu verschwinden, um nicht in eine Auseinandersetzung verstrickt zu werden. Außerdem ist der Anblick von Junkies und Alkoholsüchtigen Bettlern nicht wirklich das, was man sich von einem Großstadtbesuch erhofft.
Drogen und vor allem der Missbrauch von Drogen werden immer verbreiteter in Deutschland, sei es, um den Stress bewältigen zu können oder weil man einfach etwas Neues ausprobieren und seinen Freunden in nichts nachstehen will.
Dass vor allem Nordafrikaner aus Algerien und Marokko häufig in Drogengeschäfte verstrickt sind, könnte man als böses Vorurteil abtun, aber ein Funken Wahrheit ist hier ganz sicher dabei. Gerade Marokko gilt als das Umschlagsland für den Drogenhandel zwischen Afrika und Europa.
Seit Frankfurt stehen nun wieder vier Männer aus Algerien und Indien vor Gericht. Sie hatten ein Internetcafé genutzt, um ihr Drogengeschäft aufzuziehen und die Drogen dort an ihre Kunden zu verkaufen. Das Internetcafé und Telefongeschäft soll zu einer wahren Drogenhölle verkommen sein, in der Kunden sich in den Kabinen oder auf der Toilette des Geschäfts mit Kokain und anderen Drogen versorgen konnten.
Die Frankfurter Polizei kam dem Drogenhändler-Ring im vergangenen Jahr auf die Schliche und konnte die Täter durch das Einschleusen eines verdeckten Ermittlers überführen. Nun kündigten die Angeklagten Geständnisse an, sicher nicht, weil sie sich dem Unrecht bewusst sind, sondern weil sie ihre Strafe so gering wie möglich halten wollen.
Die Täter aus Nordafrika saßen bis zum Prozessauftakt bereits in Untersuchungshaft und werden dort wohl noch eine Weile bleiben. Der Inder, der das Internetcafé führt, wurde nicht inhaftiert und konnte das Geschäft weiter führen. Ob sein Geschäft aber immer noch so florierte wie zu Drogenzeiten, das sei einmal dahin gestellt.