Pentagon verschärft Regeln zur Verschwiegenheit in Interviews
Nach den Problemen, die die freizügigen Äußerungen des mittlerweile ehemaligen amerikanischen Generals mit sich brachten, zieht das Pentagon nun die Regeln an. Das freie Plaudern vor laufenden Mikrofonen oder gespitzten Stiften der Journalisten dürfte dann der Vergangenheit angehören.
Die Äußeren von McChrystal und seinen Vertrauten führte zu einem regelrechten Skandal, der damit endete, das McChrystal aus dem Dienst entlassen wurde. Seine Nachfolge trat Patraeus an, der nun sicher auch vor allem gegenüber Journalisten härtere Kontrollen durchführen wird.
Interviews und alle anderen Äußerungen, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, müssen nun im Vorfeld immer mit dem Ministerium abgesprochen werden. Dann lässt sich vermuten, dass fleißige Mitarbeiter des Ministeriums den Rahmen vorgeben, in dem man sich äußern darf.
Die Kontrolle wird verschärft und das sicher zu Recht. So umgeht man das Risiko, noch einmal so böse Äußerungen über die Regierung zu hören, zumindest hofft man das nun. Es wirft alles andere als ein gutes Bild auf die Führung des Landes, wenn sie so von Militärs angegangen wird.
Dabei ist völlig irrelevant, ob McChrystal und seine Vertrauten damit Recht hatten oder nicht. Im Staatsdienst stehende müssen den Anweisungen folgen und haben sich nicht herabfällig über die obersten Befehlshaber zu beschweren. Vielleicht hätte die ganze Situation anders ausgesehen, hätten die Militärs konstruktive Kritik geübt.
Andererseits muss hier sicher auch der Journalist, der all diese Beleidigungen im amerikanischen Magazin Roling Stone abgedruckt hat mit in die Mangel genommen werden. Angeblich hat dieser Journalist seine Kontakte zu McChrystal und dessen Verbündeten ausgenutzt.
All das, was die Militärs somit gegen Obama und CO äußerten, äußerten sie in einem lockeren Rahmen, einer Männerrunde, bei der es ausdrucksmäßig schon einmal härter zugehen kann. Auch der Journalist hätte wohl besser abwägen müssen, was er schreibt.
Natürlich waren genau solche Gesprächsthemen ein gefundenes Fressen, haben aber weder der amerikanischen Regierung noch ihm gut getan. Manche Äußerungen oder Lästereien sollten wohl besser doch im Verborgenen bleiben. Es wird sicher niemand abstreiten, nicht selbst schon einmal über seinen Vorgesetzten gelästert zu haben. Man muss nur Acht darauf geben, vor wem man seine Gedanken äußert.
McChrystal ist gefeuert, die Bedingungen für Interviews und öffentliche Stellungnahmen wurden verschärft, es gilt mehr oder weniger Verschwiegenheit der Mitarbeiter der amerikanischen Armee und das Ministerium, mit dem nun alles abgesprochen werden muss, übernimmt eine gute Kontrollfunktion.