Nahost-Gespräche drohen bereits vor Aufnahme erneut zu scheitern

Sowohl Abbas als auch Netanjahu sind in Washington und gehen den ersten Gesprächen, direkten Gesprächen, seit langem entgegen. Doch in der Heimat gärt es weiter. Sowohl auf der israelischen als auch auf der palästinensischen Seite und in vielen arabischen Gesellschaften gibt es genügend Gegner einer neuen Annäherung zwischen den Seiten.

Hauptstreitpunkt dürfte die Siedlungspolitik Israels sein und das wohl auch zu Recht. Wie Resolutionen des UN-Sicherheitsrates bestätigen, sind die Siedlungen illegal, da sie auf besetztem Gebiet errichtet wurden und wohl bald wieder errichtet werden, ohne dass sich Abbas dagegen wehren kann.

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2. September 2010 | 1 Kommentar | Amerika, Naher Osten, Politik

Ramadan in der arabisch-islamischen Gesellschaft

Es ist fast geschafft: Noch eine Woche und der Ramadan ist für dieses Jahr beendet. Dann steht das große Fest, das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr) an und die Muslime genießen ihre Zeit in ihren Familien und mit ihren Verwandten. Der Ramadan ist für viele die wohl wichtigste Säule des Islams, dessen Einhaltung von höchster Bedeutung ist.

In islamischen Gesellschaften ist das Leben während der Zeit eingeschränkt, in Büros, Institutionen und in anderen Arbeitsstätten läuft alles nur mit halber Kraft voraus, man nutzt den Monat lieber zu religiöser Erfüllung und Besinnung auf das Innere, den religiösen Ausgleich als auf irdische Forderungen. Gerade in den Sommermonaten, in denen die Hitze unerträglich scheint, lähmt der Ramadan die Wirtschaft der Länder beinahe.

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Nahost: Erste Gespräche in Washington unter schlechten Vorzeichen

In seiner Fernsehansprache verkündete Obama das Ende des Irak-Einsatzes. Nun gilt seine ganze Aufmerksamkeit Afghanistan und dem Nahostkonflikt. Hier sollen endlich Hürden genommen werden und mit Gesprächen begonnen werden. Am Donnerstag sollen Abbas und Netanjahu erstmals nach 2008 wieder zu direkten Friedensgesprächen zusammenkommen.

2008 wurden die Verhandlungen endgültig unterbrochen als Israel im Gazastreifen einmarschierte und dort für eine humanitäre Katastrophe sorgte. Seither konnte man sich nicht darauf einigen, wieder an einen Tisch zu kommen. Die Ansätze beider Regierungen sind wohl zu unterschiedlich, auch wenn immer wieder das Interesse an Friedensgesprächen bekundet (oder geheuchelt – wer weiß das schon) wird.

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1. September 2010 | Kein Kommentar | Amerika, Naher Osten, Politik

Hungerstreik für Familienzusammenführung

Der Kampf um die Heilige Stadt, um Jerusalem und Israel zieht seinen Schatten bis nach Deutschland. Auch anderenorts außerhalb der israelischen Staatsgrenzen dürften ähnliche Beispiele bekannt sein. Derzeit hungert ein Palästinenser, Firas Maraghy, vor der israelischen Botschaft in Berlin, um sich für seine Rechte und die Rechte seiner knapp einjährigen Tochter einzusetzen.

Was er erreichen will: Er will, dass seine Tochter in seinen Papieren, in seinem Passierschein eingetragen wird, damit auch sie das Recht hat, in Jerusalem zu leben. Doch die ganze Sache scheint alles andere als einfach zu sein. Zwar haben sich Mitarbeiter und selbst der Botschafter schon an Firas Miraghy gewandt, um über Lösungen zu verhandeln, die waren aber alle nicht aussagekräftig und überzeugend genug.

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Irak: Amerikanischer Truppenabzug zu früh

Barack Obama hat seine Mission im Irak beendet. Er erklärt das Land für souverän und hielt am Truppenabzug fest. Die Truppen, die nun noch vor Ort sind, sollen helfen, die irakischen Sicherheitskräfte auszubilden. Dass die Sicherheitskräfte völlig überfordert sind, zeigen die Anschläge, die sich in der vergangenen Zeit wieder vermehren und das ganz Land überschwemmen.

Doch davon scheint der amerikanische Präsident nichts wissen zu wollen. Es ist wohl jedem selbst überlassen zu überlegen, ob der den für beendet erklärten Krieg im Irak als Erfolg Obamas oder eher als desaströse Niederlage ansieht. Was die derzeitige Sicherheit im Land betrifft, so ist wohl jeder im Recht, der Obama ob seiner Politik anklagt und sich beschwert, in Notzeiten allein gelassen worden zu sein.

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Jemen in den Fängen von al-Qaida

Im Jemen spitzt sich die Situation zu und lässt das Leben immer gefährlicher werden, zumindest wird die Regierung vor harte Proben gestellt. Der Präsident Ali Abdullah Saleh, der bisher eher die Feinde der Regierung in den Separatisten im Süden und in den Huthi-Rebellen im Norden sah, muss sich nun wohl korrigieren.

Die al-Qaida nutzt den Jemen schon seit einer geraumen Zeit als Rückzugsgebiet, um neue Kräfte zu tanken, aber auch um neue Mitstreiter zu werben und diese auszubilden. Dies alles kann im Jemen, zumindest derzeit noch, relativ ungehindert und unentdeckt geschehen, obwohl spätestens seit dem vereitelten Anschlag in Detroit im Dezember vergangenen Jahres, der Jemen auch offiziell in das Interessengebiet Amerikas rückte.

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30. August 2010 | Kein Kommentar | Naher Osten, Politik

Nahost: Angespannte Lage zwischen Syrien, Libanon und Israel

Die Region Israel-Libanon-Syrien ist derzeit wieder eine der Regionen, in denen es brodelt und der Ausbruch von Kämpfen befürchtet werden muss, wobei sich sehr viele der Angaben noch auf Gerüchte stützen. Leider steckt aber in vielen Gerüchten doch ein Teil Wahrheit drin, der die Bedrohung schon real werden lässt und zumindest über die Option bewaffnete Auseinandersetzung nachdenken lässt.

Zum einen wurde der Konflikt zwischen Israel und der palästinensischen Seite hinsichtlich der Verschleppung des Soldaten Gildad Schalit noch immer nicht geklärt. Vor mehr als vier Jahren wurde der junge israelische Soldat von radikalen palästinensischen Kräften entführt, einer der Auslöser für den Einmarsch der israelischen Armee auf libanesisches Gebiet.

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29. August 2010 | 1 Kommentar | Naher Osten, Politik

Alawi: Kriegsgefahr gegen Iran wächst

Nach Jahren des Krieges wird der Irak nun als souveräner Staat anerkannt, der lediglich noch einer kleinen Hilfe bedarf, sonst aber ohne Einmischung von außen klar kommt. Obama steht zu seiner Entscheidung des Truppenabzugs und ermahnt, dass die derzeitigen Konflikte zu erwarten waren, sie aber nur als ein Aufflammen anzusehen sind, die bald wieder abklingen.

Obwohl der Irak derzeit sehr unsicher ist und die Regierung noch immer über die Zusammensetzung streitet, gibt es in der Region eine weitaus größere Gefahr als die terroristischen Übergriffe im Irak. Selbst der frühere irakische Ministerpräsident und derzeitige Anwärter auf das Amt des Staatsoberhauptes mahnt die bestehende und nicht zu unterschätzende Gefahr an.

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29. August 2010 | Kein Kommentar | Naher Osten, Politik

Libanon: Sleimane warnt vor konfessionellen Ausschreitungen

Das UN Hariri-Tribunal arbeitet weiter an der Aufklärung des Mordes an dem damaligen Premier Rafik Hariri vor fünf Jahren. Damals löste der Bombenanschlag eine Welle von Unruhe und Destabilisierung aus, die das Land lange im Zaum hielt. Nun wächst erneut die Angst vor Gewalttaten und Konflikten zwischen den einzelnen Religionsgruppen im Land.

Um einer Destabilisierung vorzubeugen, ist der Staatspräsident Michel Sleimane bemüht, schon jetzt mit aller Deutlichkeit seine Stellung und Einstellung zu präsentieren und warnt all die Gruppen, die beabsichtigen den Libanon erneut in eine Situation des Chaos‘ zu stürzen. Am Donnerstagabend wurde erst eine Rede von ihm im libanesischen Fernsehen ausgestrahlt, die eine Warnung an all die Kräfte enthielt, die Chaos säen wollen.

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28. August 2010 | 2 Kommentare | Naher Osten, Politik

Afghanistan: Vergewaltigung kleiner Jungen weit verbreitet

Der Krieg in Afghanistan und der Versuch, das Land von den Taliban zu befreien, fordert Opfer, viele Opfer. Während viele ihr Leben verlieren oder plötzlich ohne Familie dastehen, gibt es für andere ganz andere Qualen, die sie erleiden müssen und die nur ganz indirekt etwas mit dem Krieg zu tun haben.

In der Afghanischen Gesellschaft hat sich eine bisher totgeschwiegene Form der Kinderprostitution etabliert, die schon früher praktiziert und nur unter den Taliban offiziell verboten war. Es handelt sich um die weit verbreitete Tradition der Baccha Baazi, der tanzenden Jungs. Kleine Jungen werden von Warlords, Kommandeuren, reichen Geschäftsmännern erstanden und dann für Sexspiele und eine Art Tanzwettbewerbe missbraucht.

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