Iran: Vorboten einer neuen Revolution

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Der Tod der Regimekritikers Großayatollah al-Montazeri, der Trauermonat Muharram und der religiöse Feiertag der Schiiten Ashura, der den Höhepunkt des Trauermonats darstellt, dürften alles Ereignisse sein, die sich die Opposition im Iran zunutze machen.

Es erinnert alles an die Revolution von 1979 als Ayatollah Ruhollah Khomeini den Widerstand gegen das damals herrschende Regime vorantrieb und sich dabei die Gedenkfeiern zum Ashura-Fest als Vorbild für seinen Widerstand deklarierte.

Nun, 30 Jahre nach der Revolution deutet vieles auf eine neue Revolution im Iran hin, die Opposition, die seit den Wahlen im Juni immer wieder zu Demonstrationen aufruft, nutze bereits den Tod des Großayatollahs al-Montazeris am vergangenen Wochenende zu einer neuen Protestbewegung gegen die Regierung.

Die Polizei hat alle Hände voll zu tun, die Proteste und Demonstrationen zu zerschlagen, aber die grüne Bewegung lässt sich nicht unterkriegen. Am heutigen letzten Tag des Ashura-Festes kann also erneut mit verstärkten Protesten gerechnet werden, die die Regierung immer weiter in die Enge treiben könnte.

Gleichzeitig mit dem Ashura-Fest fällt auch der siebte Tag nach dem Tod des Großayatollahs, der nach der schiitischen Tradition einen ersten Höhepunkt im Trauern darstellt, und dies könnte wirklich Grund für großen Aufruhr im Lande sein. Man darf mit der Zunahme des Machtkampfes zwischen Opposition und Regierung rechnen.

Einen weiteren Höhepunkt dürften dann die Trauerversammlungen am 40. Tag nach dem Tod al-Montazeris darstellen, zu denen die Opposition ihrem Vorbild wieder Ehre erweisen wird. Ob all die Proteste und Demonstrationen jedoch ausreichen, um eine neue Revolution im Iran zu erreichen und die derzeitige Regierung zu stürzen ist noch nicht ganz klar.

Klar ist nur, dass immer mehr Menschen der Protestbewegung folgen und ihren Unmut deutlich zum Ausdruck bringen. Vor allem in der iranischen Hauptstadt Teheran kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Opposition und Regierungsanhängern, wobei die Polizei mit allen Mitteln versucht, die Proteste zu unterdrücken. Viele Menschen wurden seit Beginn der Demonstrationen schon verletz, inhaftiert oder gar getötet.

Auch das Ashura-Fest, das heute seinen Höhepunkt erreichen dürfte, stellt einen wichtigen Punkt für die Opposition dar. In Gedenken an den Imam Hussein, der in der Schlacht von Kerbala 680 sein Leben im Kampf gegen den Herrscher, den Umayyadenkalifen Yazid, verlor, könnte der Revolutionsbewegung wie vor 30 Jahren schon als Vorbild dienen und die Situation anheizen.

Langsam wird es eng für Ahmedinedschad und seine Gefolgschaft, denn trotz Gewalt und Versuchen, die Opposition zurückzudrängen, gewinnt diese immer mehr Macht und Stärke in ihren Forderungen nach Freiheit und dem Sturz des umstrittenen Regimes.

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Dezember 27th, 2009 Kategorie: Naher Osten, Politik