Afrika-Cup: Auftakt mit Anschlag auf togolesische Nationalelf

Geschrieben am 10. Januar 2010 um 10:52 Uhr.

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Das Fußballjahr 2010 beginnt heute mit dem Afrika-Cup in Angola. Dies wäre eigentlich Grund zur Freude und zum Zählen des Countdowns bis das Spiel angepfiffen wird. Doch über das erste sportliche Großereignis in diesem Jahr legt sich ein schwarzer Schleier der Trauer.

Eigentlich soll das Fußballturnier nicht nur zur sportlichen Auseinandersetzung dienen, sondern auch dafür sorgen, Brücken zu schlagen und zur Völkerverständigung beizutreten. Gerade in Afrika gibt es in diesem Bereich viel nachzuholen.

Viele afrikanische Länder sind von Bürgerkriegen zerrüttet oder leiden noch immer an den Folgen der Kriege. Die Bevölkerung lebt in vielen afrikanischen Ländern unterhalb der Armutsgrenze, Regierungen beuten die Menschen häufig aus.

In diesem Zusammenhang kann der Afrika-Cup gute Zeichen setzen und zum Dialog zwischen den Menschen beitragen. Ob es aber in diesem Jahr zu dem Dialog kommen wird, ist sehr unklar. Die Nationalmannschaft von Togo wurde auf dem Weg nach Angola, dem diesjährigen Austragungsort, überfallen.

Bei dem Überfall, bei dem auf den Bus der togolesischen Nationalmannschaft geschossen wurde, wurden insgesamt 8 Spieler verletzt, drei Menschen wurden getötet. Einer der Verletzten, der zweite Tormann wurde so schwer verletzt, dass er zur Behandlung nach Südafrika gebracht werden musste. Damit werden die Toleranz und die Verständigung zwischen den Völkern stark strapaziert und auf die Probe gestellt.

Doch Togo will sich durch diesen tragischen Vorfall, der kurz nach dem Passieren der Grenze zwischen der demokratischen Republik Kongo und Angola, geschah, nicht unterkriegen lassen und dennoch an dem Afrika-Cup teilnehmen. Auch wenn aus dem eigentlichen sportlichen Fest und Kampf nun eher eine Trauerrunde wurde.

Selbst afrikanische Spieler, die sonst ihren Kontinent verteidigen und eine Chance fordern, sehen diesen Überfall auf die Nationalmannschaft des Togos als großen Rückschlag für alle afrikanischen Länder. Der Afrika-Cup findet dennoch statt, obwohl die Folgen des Bürgerkriegs in Angola noch immer deutlich sichtbar sind oder spätestens durch den Überfall auf die togolesische Nationalelf wieder deutlich wurden.

Bis 2002 war Angola in einen Bürgerkrieg verstrickt, dessen Folgen noch immer deutlich sind. Die Lebenserwartung der Menschen liegt bei nicht einmal 40 Jahren, viele leben unterhalb der Armutsgrenze und dennoch oder gerade deshalb hatte man wohl auf den Afrika-Cup gehofft, der Hoffnung bringen sollte.

Die Ausgaben für den Bau von Stadien waren enorm hoch für ein Land, indem viele unter Mangelernährung und Hunger leiden. Das Land ist jedoch nicht ganz so arm, wie vermutet oder dargestellt, es verfügt immerhin über große Ölvorkommen. Geld ist also im Land, das Tragische ist wohl nur, dass es falsch verteilt und verwendet wird.

Mit der Ausrichtung des Afrika-Cups in Angola hoffte man auf einen Schritt in die richtige Richtung, immerhin wurden im Vorfeld der Meisterschaft Gelder in den Bau von Stadien und Infrastruktur und nicht in Waffen investiert.

Allerdings wird man in Angola aufgrund der unsicheren Lage und des Überfalls auf die togolesische Nationalelf nicht mit vielen Touristen und Journalisten rechnen brauchen. Es ist zu gefährlich. Die Sicherheit kann nicht gewährleistet werden.

Das ist übrigens auch der Grund zur Sorge bei englischen und französischen Fußballvereinen, die einige ihrer guten Spieler in die Heimat zurück schicken mussten, damit sie mit ihrer Nationalmannschaft in Angola antreten können.

Nach den erschütternden Meldungen aus Angola kann man nur hoffen, dass das Turnier nun ohne weitere Zwischenfälle abläuft und die Fußballer sich auf ihre sportlichen Ziele konzentrieren können.

Kategorie: Allgemeines



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