Großoffensive im Süden Afghanistans gestartet
Die angekündigte Großoffensive im Süden Afghanistans startete gestern. Zusammen mit den afghanischen Truppen rückten die internationalen Truppen in Mardschah ein und starteten ihren Angriff zunächst im Nordosten der Stadt.
Mardschah gilt als größte Talibanhochburg im Süden Afghanistans, diese nun endlich zu bekämpfen und die Taliban damit zu schwächen sowie zu entwaffnen, ist das große Ziel der Großoffensive. Gemeinsam mit Afghanen und Kanadiern wurden die Angriffe gestartet.
In der 80.000 Seelen Stadt wurden die Aufständischen vor den ersten Angriffen aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen. Die Zivilbevölkerung wurde vorher informiert und gewarnt. Man bereitete sich auf Flüchtlingsströme aus der Stadt vor.
Wer nicht von den Taliban an der Flucht gehindert wurde, nahm die Chance war und verließ die Stadt. Wie lange die angekündigte Großoffensive noch dauern wird, hängt sicher auch von den Erfolgen der Truppen im Kampf gegen die Aufständigen ab.
Es ist auch noch nicht klar, ob es nach den ersten Feuergefechten von gestern bereits Opfer zu beklagen gibt und wann und vor allem ob das Stadtzentrum angegriffen wird. Bisher tappt man also im Dunkeln und muss sich noch gedulden. Genauso geduldig muss man wohl auch bei der Einschätzung der Großoffensive sein.
Ob diese wirkliche Vorstöße und Erfolge im Kampf gegen die Taliban und al-Qaida bringt, bleibt abzuwarten. Aus der Vergangenheit sollte man allerdings eine eher zurückhaltende Einstellung gelernt haben. Selbst wenn in dieser Stadt die Taliban besiegt werden können, wer weiß denn, ob nicht in anderen Teilen Afghanistans schon wieder neue Hochburgen wachsen.
Der Angriff auf Mardschah wurde angeblich gut vorbereitet, man ist zumindest auf Flüchtlingsströme vorbereitet und hat wohl auch Pläne zum Wiederaufbau der Stadt nach der Großoffensive. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass diese Aufbaupläne besser überdacht wurden und mehr bringen als bisherige im Irak und Afghanistan.
Trackbacks/Pingbacks