Hariri-Mord: Anklage gegen Mitglieder der Hisbollah
Vor fünf Jahren wurde der libanesische Ministerpräsident Raik Hariri bei einem Bombenanschlag ermordet als der Konvoi durch Beirut fuhr. Der Anschlag führte zu Massendemonstration im Libanon und schnell wurde die syrische Regierung beschuldigt, in diesem Mord verwickelt zu sein.
Es wurde eine Untersuchungskommission einberufen, die unter internationaler Beteiligung, den Fall untersuchen und die Täter dingfest machen sollte. Der deutsche Staatsanwalt Mehlis hatte damals den Vorsitz der Untersuchungen und überreichte nach dreimonatigen Ermittlungen seinen Bericht an Ban Ki Moon.
In diesem Bericht wurden schwere Verdachtsmomente gegen Mitglieder der syrischen aber auch der pro-syrischen libanesischen Regierung gemacht. Die syrische Regierung blieb jedoch dabei, ihr Zutun zu der Ermordung abzustreiten. Da man auch keine eindeutigen Beweise gegen Mitglieder der syrischen Regierung vorlegen konnte, mussten die Ermittlungen in diese Richtung abgebrochen werden.
Dann kam das UNO-Tribunal auf die Fährte, dass Mitglieder der schiitischen Miliz Hisbollah hinter dem Anschlag steckten. Doch auch fünf Jahre nach dem Attentat liegt alles im Dunkeln. Erst jetzt trat Nasrallah öffentlich auf, um zu betonen, dass die Hisbollah nicht hinter dem Anschlag steckte. Glauben kann man viel, wenn der Tag lang ist, aber ob dies auch der Wahrheit entspricht, ist eher fraglich.
Was seltsam an dem Auftreten Nasrallahs ist, ist, dass er seine Informationen über die vorgesehene Anklage einiger Mitglieder der Hisbollah von Saad Hariri, jetzigem Ministerpräsident und Sohn des ermordeten Rafik Hariris, erhalten hat.
Sowohl die mehr oder minder geheime Zusammenarbeit Syriens mit der Hisbollah in Form von Waffenlieferungen und ähnlich gelagerte politische Ambitionen lassen den Verdacht immer noch auf der Mittäterschaft Syriens und der Hisbollah bestehen. Solange aber keine eindeutigen Beweise gefunden werden, die die Täter überführen, gilt der Spruch: Im Zweifel für den Angeklagten.
Obwohl die Ermittlungen nun bereits fünf Jahre laufen, wurde bisher kein Durchbruch geschafft, der eine Wende und die Überführung der Täter bringen konnte. Je mehr Zeit verstreicht, desto unwahrscheinlicher wird es wohl auch, dass man die Täter je dingfest machen kann.
Ein Artikel zu Hariri und dem israelischen Spionagering, der im Libanon aufgelöst wurde, erschien heute bei Counterpunch. Vielleicht interessiert Sie das ja.
http://counterpunch.com/amiri07232010.html
Und diese Seite dürfte sie ebenfalls interessieren.
http://www.eutopic.lautre.net/coordination/article.php3?id_article=825
Alle Spuren über den Anschlag führen nach Israel. Auch hier wieder die Frage des Qui Bono!? Syrien respektive Hisbollah haben davon wohl am wenigsten profitiert. Einseitige, emotional geprägte Schuldzuweisungen helfen in solchen Fällen keinem