Im Jemen nicht Neues

taz.de
Noch immer gibt es keine neuen positiven Nachrichten aus dem Jemen zu verkünden, im Gegenteil: Aus Sicherheitskreisen wurde erneut bekannt, dass das saudische Militär erneut in jemenitisches Gebiet eingedrungen sei.
Bei der erneuten Offensive in der Hauptstadt der gleichnamigen Region Saada wurden dabei zahlreiche Aufständige festgenommen. Gestern soll es nach Angaben aus Sicherheitskreisen zu den erneuten Angriffen Saudi-Arabiens auf den Jemen gekommen sein.
Der weltgrößte Erdölexporteur und Verbündeter der USA will sich durch die erneuten Angriffe vor eventuellen Übergriffen auf sein eigenes Territorium schützen, zu groß ist die Angst, dass die Kämpfe auf Saudi-Arabien überschwappen und für eine instabile Lage im Süden sorgen könnten. Man versucht mit vereinten Kräften gegen die schiitischen Rebellen im Norden des Jemen vorzugehen.
Die Rebellen sind dabei nicht nur ein Dorn im Auge der jemenitischen Regierung sondern auch Saudi-Arabiens. Gleichzeitig erhöht sich in Saudi-Arabien die Befürchtung, dass der arme Jemen durch die Kämpfe gegen die Aufständigen noch weiter geschwächt werden könnte.
Die Befürchtungen sind dabei nicht an den Haaren herbei gezogen, denn schon häufig wurden Nachrichten bekannt, dass radikale islamische Kämpfer sich entweder im Jemen zurück zogen oder von dort aus in andere Länder gingen, um gegen den Westen zu kämpfen.
Ganz besonders von Saudi-Arabien aus fürchtet man, dass der Jemen neues Gebiet der al-Qaida werden könnte, wenn die instabile Lage nicht bald beseitigt wird. Ein Fuß fassen der radikal-islamischen Terrorgruppe wäre eine enorme Bedrohung für das saudische Königreich.
Neben der Bedrohung, die al-Qaida könnte den Jemen als neues Kampfgebiet für sich nutzen, bleibt aber auch die Befürchtung, dass der Iran weiter Einfluss im Jemen bekommt. Wie bekannt wurde, werden die schiitischen Rebellen bereits vom Iran aus unterstütz, in welcher Art und Weise auch immer.
Das Nachbarland, das derzeit sowieso gegen die Ausweitung des Schiitentums kämpft, dürfte keinerlei Interesse daran haben, dass die schiitischen Aufständigen vom Iran unterstützt und gestärkt werden.
Es sind schwere Zeiten für den jemenitischen Präsidenten, der nicht nur versucht, endlich die schiitischen Rebellen zu besiegen, sondern der auch noch gegen die immer lauter werdende Unabhängigkeitsbewegung im Süden des Landes ankämpfen muss. Bei beiden Problemfeldern scheint er aber überfordert und auf ausländische Hilfe angewiesen zu sein.
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