Iran: Inspektoren in Atomanlage bei Ghom

Geschrieben am 26. Oktober 2009 um 08:49 Uhr.

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spiegel.de

Das umstrittene Atomprogramm im Iran sorgte immer wieder für Diskussionen, Zerwürfnisse, Androhungen von Sanktionen und Sanktionen, doch wirklich beigelegt wurde der Streit bis jetzt noch nicht einmal ansatzweise. Man wird wohl sicher auch davon ausgehen können, dass dieser Konflikt auch in nächster Zeit nicht überwunden wird.

Immerhin gibt es aber dennoch einige Zugeständnisse seitens der iranischen Regierung, die eine Inspektion einer bisher geheim gehaltenen Atomanlage zuließ. Nun nehmen IAEA-Inspekteure die Anlage unter Augenschein.

Glaubt man, dass diese Inspektion positiv gewertet wird, irrt man, zumindest teilweise, denn nun wurden schon Anklagen laut, dass man den Bau einer Atomanlage im Vorfeld anzukündigen habe und nicht erst Inspektionen nach Fertigstellung oder während der Bauphase zulassen solle.

Der iranischen Regierung wird nach wie vor vorgeworfen unter dem Deckmantel friedlicher Stromerzeugung Atombomben zu bauen, um sich gegen den Feind Israel, der häufig auch in Ahmedinedschads Reden verbal angegriffen und beleidigt wird, zu schützen.

Durch die bisherige Geheimhaltung der nun inspizierten Atomanlage erweckte die iranische Regierung neue Zweifel an seinem Atomprogramm und bestätigte eigentlich alle diejenigen, die von Beginn an ihre Bedenken und Zweifel an den friedlichen Absichten des Programms hegten. Weder die Inspekteure noch die IAEA haben sich aber bisher zu den neuen Vorgängen geäußert.

Diese Atomanlage befindet sich in der Nähe der Stadt Ghom und ist circa 160 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die iranische Regierung bestreitet auch weiterhin die Absichten, Atomwaffen zu bauen, sondern rechtfertigt sowohl den Bau als auch dessen Geheimhaltung damit, dass sie errichtet wurde für den Fall, dass die bekannte Anlage in der Hauptstadt von Israel angegriffen und zerstört werde.

Um den nun neu entbrannten Atomstreit einzudämmen, schlug die IAEA vor, den Vorrat an Uran ins Ausland zu bringen, um es dort dann für medizinische Zwecke zu nutzen. Dem Iran wurde bis Freitag eine Frist gesetzt, sich dazu zu äußern, bzw. Stellung zu nehmen, was allerdings nicht geschah. Ahmedinedschad kündigte für Mitte nächster Woche eine Antwort an, die aber sicher entgegen den Erwartungen ausfallen wird, denn man will in Teheran auf keinen Fall einen Ausfall der Urananreicherung akzeptieren oder hinnehmen.

Während also der Iran wieder für neue Diskussionen und Empörungen sorgt, kann sich Obama auf die Zusammenarbeit mit Frankreich und Russland verlassen, die beide ihre volle Unterstützung zum Ausdruck brachten.

Wie man also sieht, hat sich noch nicht wirklich etwas an der Situation in Sachen Atomstreit getan. Die Diskussionsgrundlage ist nur einmal mehr ein wenig verlagert worden. Anstatt aber wirklich Kompromisse zu finden, die der Iran auch bereit ist anzunehmen, tauchen neue Fragen und Unstimmigkeiten auf.




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