Israel: Streit mit der Türkei wegen eines Sofas

Geschrieben am 13. Januar 2010 um 07:03 Uhr.

sofa01

malabar.ch

Dass das Verhältnis zwischen der Türkei und Israel alles andere als rosig ist, konnte man in den vergangenen Monaten immer wieder beobachten und erkennen. Besonders deutlich ist die ablehnende Haltung der Türkei gegenüber Israel nach der Gaza-Offensive zum Jahreswechsel 2008/09 geworden.

Die Türkei distanzierte sich stark von Israel und gab seine Vermittlerrolle im Friedensprozess mehr oder weniger auf. Anstatt weiter zu vermitteln wurden israelische Politiker beschimpft und mit Eiern beworfen. Man zeigt ihnen deutlich, dass man sie nicht im Land haben möchte.

Dann begann die türkische Regierung, ihre Fühler intensiver gen Nachbarstaaten wie Syrien, dem Irak und den Iran auszustrecken, um hier neue Kontakte zu knüpfen und die Macht in diesen Bereich ein wenig ausbauen zu können. Der Plan ging auf, die neuen Beziehungen kommen derzeit noch allen zugute.

Nachdem dann ein wenig Ruhe in das Verhältnis zwischen der Türkei und Israel einkehrte, gibt es nun erneut Ärger zwischen beiden Ländern. Ursache der neuen Auseinandersetzungen ist ein Sofa. Das mag jetzt lächerlich klingen, ist aber sowohl von der Türkei als auch von Israel als schwerwiegendes Problem aufgegriffen wurden.

Ausgangspunkt des Streites sind Fernsehbilder vom Montag, auf denen der türkische Botschafter im Gespräch mit dem israelischen Vize-Außenminister auf einem niedrigeren Sofa sitzt und sich somit dem israelischen Politiker unterordnen muss.

Gerade in der orientalischen Kultur ist es ein großer Fauxpas, wenn eigentlich Gleichgestellte durch solche Sitzgelegenheiten plötzlich nicht mehr als gleichwertig betrachtet werden. Wer niedriger sitzt, hat weniger zu sagen, hat weniger Macht und ordnet sich unter.

Eine Beleidigung an die türkische Seite, auf die prompt reagiert wurde: Der israelische Botschafter wurde nach Veröffentlichung der Bilder sofort ins türkische Außenministerium zitiert und mit den Tatsachen konfrontiert.

Was nun als Konsequenz daraus folgt, ist nicht klar. Klar dürfte aber sein, dass solche Aktionen und Gesten nicht zur gegenseitigen Annäherung sondern zur weiteren Distanzierung beitragen.

Kategorie: Naher Osten, Politik



7 Kommentare zu “Israel: Streit mit der Türkei wegen eines Sofas”

  1. Ben Ben sagt:

    Warum sagt niemand was Mr Israel gesagt hat?

    Auf hebräisch natürlich so das es der türkische Aussenminister in dem Augenblick nicht verstanden hat? Zudem hat er ihm die Hand nicht gereicht, und das allein dürfte doch schon wohl ein skandal sein oder? Naja einmal türke, immer türke. Einmal schuldig, immer schuldig! Danke für eure objektive Berichtserstattung und verumglimpfung der wahrheit!!

    Weiter so

  2. Lazy sagt:

    ich glaub nicht, dass die Türken als Volk so schlecht in diesem Artikel wegkommen.

  3. Miro sagt:

    Verstehe ich auch nicht, die Türkei wird in diesem Artikel nicht schlecht gemacht und Israel hat sich doch sogar noch entschuldigt.

    http://www.zeit.de/newsticker/2010/1/14/iptc-bdt-20100113-882-23540764xml

    Sollen wir als Trost die Türkei in die EU reinlassen? :D

  4. Lazy sagt:

    Hi Miro,

    auch wenn ich gegen die Türkei rein gar nichts habe, so halte ich eine EU Mitgliedschaft aktuell für absolut absurd -g-

    Liebe Grüße

    Chris

  5. Miro sagt:

    Geht mir genauso Chris ... wenn die Türkei gewisse Punkte erfüllt hat dann spricht nichts gegen ein Beitritt. Nur so halt im Moment nicht.

  6. Selim sagt:

    Da muss ich meinem vorredner(ben ben) recht geben! zwar werden die/wir Türken nicht formell angegriffen, aber die Israelische schandtat würd hier total heruntergespielt.. Das der israel. botschafter dem Türkischen die Hand Verwehrt.. Das er die Türkei-flagge wegließ usw. wird in diesem bericht mit keinem wort erwähnt! Endweder sind die autoren hier anti-türkisch = pro-israelisch eingestellt.. Oder sie sind was ihr literarisches können betrifft, stark eingeschränkt in ihrem denk vermögen und das war nicht positiv gemeint liebe autoren!!

  7. Sarsura sagt:

    Ich denke hier weder anti-türkisch, noch pro-israelisch zu agieren oder zu schreiben. Ich bemühe mich um Objektivität und da darf man nicht vergessen, dass die Türken nicht nur die Guten sind, die als Opfer zu betrachten sind.
    Ich denke, die Türken sind in dem Artikel nicht angegriffen worden, sondern hier sollte lediglich eine weitere Auseinandersetzung zwischen der Türkei und Israel dargestellt werden, die beide Staaten immer weiter entfernt. Eigentlich schade und dumm, bräuchte man doch wirklcih Vermittler aus der Region und nicht von Übersee.... Aber hier einer Seite die alleinige Schuld zu geben und die andere absolut zu ebfürworten ist falsch, denn die Fehler sind eindeutig auf beiden Seiten gemacht worden und somit auch auf beiden Seiten anzuklagen...

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