Marokko: Vorwürfe an Regierung nach Minarett-Einsturz

schwabacher.de
Nachdem am Freitag ein Minarett in der marokkanischen Stadt Meknes eingestürzt ist, machen sich nicht nur Trauer und Verzweiflung breit, sondern auch Wut auf die Behörden. Mittlerweile steht fest, dass circa 300 Menschen am Freitag zum Gebt in der 400 Jahre alten Moschee waren. Als das Minarett einstürzte, wurden 41 getötet und über 80 verletzt.
Hohe Opferzahlen, die hätten verhindert werden können, hätten die Behörden früher reagiert und vor allem hätten sie auf die Anwohner gehört. Nun werden die Anklagen in Richtung Behörden immer lauter, verständlicherweise. Einiges lief hier mehr als schief.
Zum einen liefen Rettungsarbeiten nur sehr schleppend, so dass manch einer hätte wohl gerettet werden können, hätte man schneller gearbeitet. Allerdings weisen die Rettungskräfte die Schuld von sich, sie machen die Lage der Moschee für die stockenden Rettungsarbeiten verantwortlich.
Da die Moschee in einer verwinkelten Ecke der Stadt liegt, kommen Rettungsfahrzeuge und dementsprechend benötigte Technik nicht an den Ort. Man müsse sich auf Menschenhand verlassen und die brauchen nun einmal länger als technische Gerätschaften.
Der tragische Unfall, der so vielen Menschen das Leben kostete, hätte aber verhindert werden können: Die Regierung hätte lediglich früher reagieren müssen und die Moschee schließen müssen. Immer wieder hatten Anwohner angegeben, dass im Minarett Risse sind.
Expertenberichte, die der Regierung auf jeden Fall vorlagen, wurde die Schließung der Moschee empfohlen, da erhebliche Sicherheitsmängel gefunden worden. Hätte die Regierung auf diese Berichte und die Anwohner gehört, hätte das tragische Ereignis verhindert werden können.
Nach Angaben staatlicher Medien, die die eigentlichen Ursachen des Einsturzes zu verbergen suchten, ist das Minarett aufgrund starker Regenfälle in sich zusammengefallen. Bei diesen Lügen und die bekannten Realität, ist es klar, dass die Wut der Menschen auf die Behörden und die Regierung enorm hoch sind.
Welche Konsequenten aus diesem Vorfall folgen und ob die Behörden nun vorsichtiger werden und den Expertenberichten vertrauen, ist fraglich. Jede Reparatur kostet immerhin auch Geld. Nur dass nun der Aufbau auch kostet und die Verluste wesentlich härter ins Gewicht fallen, lässt Behördenmitarbeiter vielleicht doch zum Nachdenken und Handeln bringen.
Trackbacks/Pingbacks