Pleitegeier über Dubai

flamingoreisen.net
Dubai, das Land der Superlative und atemberaubenden Bauprojekten macht erneut Schlagzeilen, nur dieses Mal sind es keine positiven. Die Zeit, in der weitere Luxushotels und Inseln aus dem Boden gestampft werden, dürfte erst einmal vorbei sein. Schlicht und ergreifend: Dubai ist pleite.
Das kleine Emirat, das als Paradies für Anleger und Luxusbesucher galt, wurde wie andere Länder auch stark von der Wirtschafts- und Finanzkrise getroffen. Bereits vor einigen Monaten konnte man diesen Trend erahnen, als irgendwie an die Öffentlichkeit drang, dass ein großes Familienunternehmen mit Schulden und vor allem deren Rückzahlung zu kämpfen hat.
Doch bisher drangen kaum Nachrichten über Finanzprobleme nach außen, auch damit ist es jetzt vorbei, man kann es in Dubai nicht mehr verstecken, dass man kurz vor dem Ertrinken steht. Damit scheint ein Traum nun erst einmal ausgeträumt zu sein. Anders als andere Golfstaaten hat Dubai nicht so viele Ölquellen, um die Einnahmen daraus zu beziehen und Schulden decken zu können.
Das Land war deshalb von Beginn an damit beschäftigt, Anreize für Investoren und Unternehmen zu schaffen, um einen Crash, wie er nun bekannt wurde, zu vermeiden. Nun werden Investoren vorsichtig und vor allem skeptisch, denn man glaubt nicht an eine schnelle wirtschaftliche Erholung, das Loch in der Finanzkasse ist zu groß.
Die Rating-Agenturen reagierten bereits und stuften mehrere Staatsunternehmen herab. Dubai bittet währenddessen um einen Aufschub für die Rückzahlung der Schulden und schaut sich intensiv nach Hilfe von Nachbarn um. In Betracht kommt hier vor allem die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate: Abu Dhabi.
Abu Dhabi hatte bereits Gelder an Dubai gezahlt und wird dies nun wohl auch wiederholen und zum Bürgen für die Dubai werden, denn trotz aller Skepsis dürfte Abu Dhabi auch relativ wenig Interesse haben, seinen Nachbarn komplett „absaufen“ zu lassen.
In Abu Dhabi ist das Geld noch lange nicht knapp, da hier wesentlich größere Ölreserven die Staatsverschuldung verhindern. Somit dürfte Abu Dhabi aber nun die missliche Lage Dubais nutzen, um den Wettstreit, den beide Städte miteinander führen, zu gewinnen. Aufgrund der Finanzprobleme in Dubai und der damit verbundenen Einstellung mehrerer Großprojekte kann Abu Dhabi die Zeit nutzen und an Dubai vorbeischlittern.
Für Dubai dürfte die Zeit des Luxus` erst einmal vorbei sein. Das Emirat kann nun nur auf die Hilfe seines Nachbarn hoffen und versuchen in direkten Gesprächen mit den Vertragspartnern das Vertrauen wieder aufzubauen. Es wäre absolut schlecht, wenn jetzt noch mehr Partner abspringen würden.
Trotz der misslichen Lage sollte man aber nicht davon ausgehen, dass sich Dubai wieder in ein verschlafenes Emirat verwandelt, sondern man wird bemüht sein, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, auch wenn dies mit viel Anstrengung und Einbußen verbunden sein wird und einige Zeit dauern dürfte.
Durch den finanziellen Absturz des Emirates wurde erneut Kritik an der undurchsichtigen Finanzpolitik laut. Man will nun eine größere Transparenz in Sachen Krediten und Geldgeschäften erreichen. Für die Urlauber dürfte sich aber in nächster Zeit nicht viel ändern, außer dass das Reiseziel nun ein wenig preisgünstiger wird.
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