Syrien: Probleme durch irakische Flüchtlinge

Damaskus
Heute ist ein großer Tag im Irak: Die Bevölkerung geht wählen: Das Zweite Mal nach dem Sturz des Diktator Hussein und der Ausgang der Wahlen, wird nicht nur den Abzug der US-Truppen bestimmen sondern auch die weitere Zukunft des Landes und vor allem der Menschen.
Es ist noch lange nicht alles überstanden im Irak: Im Gegenteil, der Wahlkampf fachte die Gegensätze zwischen den einzelnen Volksgruppen noch so richtig an, so dass an eine Rückkehr für die Flüchtlinge in das ursprüngliche Heimatland nicht zu denken ist.
Die irakischen Flüchtlinge, die in Syrien untergekommen sind, stellen eine große gesellschaftliche Gefahr dar, nicht nur für den syrischen Staat, sondern auch für sich selbst. Die Lage wird zunehmend ernster und aussichtsloser. Viele irakische Flüchtlinge fristen ihr Leben in Vororten oder Stadtteilen von Damaskus.
Es gärt und man weiß nicht wirklich, wie man sich dagegen wehren kann. Die syrische Wirtschaft ist bei Weitem nicht so stark, die vielen geldlosen Flüchtlinge aufzunehmen, geschweige denn zu integrieren. Die Arbeitslosigkeit in Syrien ist für Syrer schon ein großes Problem, nun kommen auch noch die Flüchtlinge dazu, die zwar offiziell nicht arbeiten dürfen, die aber auch ihren Unterhalt verdienen müssen.
In vielen irakischen Flüchtlingsfamilien gehen nun auch die Ersparnisse zu Ende, die sie aus dem Irak mitbrachten. Eine allgemeine Depression macht sich breit, die sich auf das Zusammenleben auswirkt. Häusliche Gewalt und Selbstmord sind sprunghaft angestiegen unter den irakischen Flüchtlingen.
Des Weiteren ist das sprunghafte Ansteigen der Prostitution in Syrien deutlich erkennbar. Viele irakische Flüchtlingsfamilien schicken ihre Kinder nicht mehr in die Schule, sondern lassen die Jungs betteln gehen und schicken die Mädchen auf die Suche nach Freiern. Vor allem im Stadtteil „Jaramane“, in dem viele irakische Flüchtlinge leben, wird die Situation immer dramatischer.
Die Regierung in Damaskus weiß von diesen Problemen und hat die Flüchtlinge unter strenger Beobachtung. Allerdings ist dies kein Dauerzustand, dem man weder den Flüchtlingen noch der syrischen Bevölkerung zumuten kann. Hier muss ähnlich wie dies in Jordanien schon geschieht dringend ausländische Hilfe her.
Nach Kriegsausbruch und Einsetzen der Flüchtlingswelle kamen viele Iraker nach Jordanien und Syrien. Unterschied zwischen beiden Ländern war, dass nach Jordanien vorrangig die reicheren Iraker reisten, die sich das Visum leisten konnten. Irgendwann schloss Jordanien seine Grenzen.
Die Grenzen zwischen Syrien und dem Irak stehen prinzipiell offen und so kamen viele ärmere Iraker, die sich die Visa-Kosten nach Jordanien nicht leisten konnten nach Syrien. Anders als Jordanien, dass international anerkannt ist und demzufolge auch finanzielle Unterstützung bekommt, war Syrien zumindest bis vor einigen Monaten isoliert und konnte nicht einmal auf finanzielle Hilfe hoffen.
Ob sich hier nun etwas ändert, wo sich die USA unter Obama doch wieder verhandlungsbereit zeigen und auch viele europäische Staaten nachziehen, ist noch unklar. Klar ist nur, dass man wohl schnell etwas tun muss, wenn man eine Eskalation verhindern will.
Der Frust der irakischen Flüchtlinge ist sehr hoch. Vor allem die Frauen leiden unter der Situation, ohne Job, ins Haus gedrängt oder gar gezwungen, ihren Körper zu verkaufen, wo sie doch im Irak unter Saddam zu den freisten Frauen der arabischen Länder gehörten, die Ausbildung genießen konnten und arbeiten durften.
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