Syrien: Soll Aramäisch verboten werden?

Maalula, Syrien
Wer schon einmal in Syrien war, und sich vor allem in Damaskus und Umgebung aufgehalten hat, wird auf alle Fälle einen Ausflug nach Maalula gemacht haben. Das Bergdorf einige Kilometer nördlich von der syrischen Hauptstadt lockt Besucher aus aller Welt an, weil hier nicht nur zwei faszinierende Klöster zu finden sind, sondern weil man hier noch immer die Sprache Jesu hören kann.
Maalula gehört zu einem der wenigen Dörfern, in denen bis heute noch Aramäisch gesprochen wird. In Syrien selbst erfährt man, dass es nur noch zwei Dörfer im Land gibt, die diese Sprache weiter leben lassen. Allerdings gibt es auch Hinweise darauf, dass in der Türkei auch noch einige wenige Dörfer existieren, in denen die Sprache Jesu gesprochen wird.
Wer immer das Kloster Mark Sarkis besucht, kann sich einen Einblick in das Aramäische verschaffen, da hier das Vater Unser in der Sprache Jesus vorgetragen wird. Da nur noch wenige Leute die Sprache sprechen und es kaum mehr jemanden gibt, der die Sprache schreiben kann, wurde in Syrien vor ein paar Jahren ein Institut zur Pflege der Sprache eröffnet.
Soll dies nun alles vorbei sein? Die Frage muss man sich wirklich stellen, liest man einige Quellen im Internet, die sicher mehr oder weniger glaubwürdig und seriös sind. Da aber angeblich auch ein Bericht in der FAZ den neuen Trend in Syrien bestätigt, wird wohl vielleicht doch etwas Wahres dran sein.
Ich kann es mir zwar absolut nicht vorstellen, dass das Aramäische nun aus Syrien verdrängt werden soll, aber es gibt verschiedene Quellen, die davon berichten. Syrien ohne seine aramäischen Dörfer, auf die man doch eigentlich so stolz ist, ist kaum denkbar, zumindest für mich und sicher für viele andere Syrien-Reisende auch.
Die Regierung stößt sich nun angeblich daran, dass das Aramäische mit hebräischen Buchstaben geschrieben wird. Aus diesem Grund sollen alle Schrifterzeugnisse verschwinden und werden nun wohl eingesammelt. Wie erwähnt, ich kann mir nicht vorstellen, dass Syrien seine eigene Geschichte ruiniert und Touristenattraktionen wegrationalisiert.
Die ähnliche Schrift zwischen Aramäisch und Hebräisch ist sicher nicht ausreichend, aramäische Texte aus der Öffentlichkeit entfernen zu lassen. Bei allen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Syrien, halte ich dies für schwachsinnig. Immerhin wurde nach 1967 die aramäische Schrift auch nicht verboten.
Bei aller Kritik an der syrischen Regierung und Politik, denke ich aber, dass selbst dort zwischen zwei Sprachen unterschieden werden kann, auch wenn die Schrift gleich oder ähnlich sein mag. Schließlich kommt man ja auch nicht auf die Idee, Deutsch, Französisch, Englisch und andere europäische Sprachen als eine Sprache anzusehen, nur weil sie alle mit lateinischen Buchstaben geschrieben werden.
Schade nur, dass ich wohl bei meinem nächsten Syrien-Aufenthalt keine Zeit haben werde, mich selbst von der Wahrheit oder Lüge der neusten Berichte über die Verdrängung des Aramäischen, zu überzeugen. Ich werde aber alles versuchen, das herauszufinden. Vielleicht kann mir ja einer von euch dabei helfen und sagen, ob und was an diesem Gerücht dran ist.
Hier eine der Quellen, die davon berichten, dass Aramäisch in Syrein zurückgedrängt wird.
Eingehende Suchanfragen:
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Es gibt seit einige Jahren alles zu arabisieren. Es ist nicht mehr erlaubt Poster oder Namen von Firmen in fremden Sprachen anzugeben. Auch die Namen von Dörfern und Straßen die aramäisch waren, müssten übersetzt werden. Es hat mit Israel oder dem hebräischen Schrift nicht zu tun. Auch Lateinschrift wird nur klein unter arabischen Schrift erlaubt. In wie weit alles bis jetzt geändert wurde, weiß ich nicht. Du wirst bald erfahren. Übrigens, aramäische Schrift ähnelt der arabischen mehr als der hebräischen.
Die aramäische Sprache und das Aramäische Volk muss weiter leben, es wurde schon zu viel arabisiert
Der Großmufti von Syrien, Dr. Ahmad Badr al-Hassoun, der zur Zeit hier in Berlin ist, hat während seinen verschiedenen Gesprächen im Bundestag, Kanzleramt usw. persönlich bestätigt, daß diese Meldung falsch ist.
Er selbst sei sogar der Leiter (oder Dekan) eines neuen 'Instituts für die Aramäische Sprache', welche als einer der Kulturschätze Syriens nicht nur bewahrt, sondern sogar noch stärker belebt werden soll! Was ja auch nur logisch ist.
Aber mal ehrlich: WELCHE Pressemitteilungen unserer gleichgeschalteten Medien - auch der FAZ - berichten noch wahrheitsgemäß über die 'Achse des Bösen'?!!