UNESCO: Israelfeindlicher Hosni mit guten Chancen

Geschrieben am 17. September 2009 um 11:22 Uhr.

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Die UNESCO wählt heute ihren neuen Generaldirektor und das Ergebnis wird mit Höchstspannung erwartet. Grund der Spannung ja sogar fast Anspannung ist die Kandidatur des ägyptischen Farouk Hosni, der ein sehr zwiespältiger Politiker ist.

Vor einem Jahr äußerte sich Farouk Hosni in einem Interview sehr radikal gegenüber israelischer Lektüre, die, wie er damals angab, verbrennen lassen würde, würde er sie in die Hände bekommen. Der Ausspruch sorgte zu seiner Zeit für viel Aufruhr, und das zu Recht.

Da bleibt die Frage, wie ein Kandidat, der mit solchen Argumenten auftritt, ein Jahr später noch immer als Kandidat für das Amt des Generaldirektors der UNESCO stehen kann und auch noch gute Chancen auf Erfolg hat. Es passt nicht zusammen: Die UNESCO, die sich mit all ihren Organisationen für die Verständigung zwischen den Völkern einsetzt und Farouk Hosni, der offen gegen Israel wettert.

Warum ist ein solcher Kandidat also immer noch am Start und warum kann er sich Erfolge, zumindest im ersten Wahlgang erhoffen: Ganz einfach, er wird gestärkt und unterstützt vom ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, der ihn unbedingt als Kandidat für den Posten des Generaldirektors haben wollte und ihm deshalb den Rücken stärkt.

Natürlich wäre es ein absolutes Plus für Ägypten, würde der Generaldirektor der UNESCO aus dem Land kommen, aber sind das Rechtfertigungsgründe, einen Kandidaten zu unterstützen, der eigentlich schon im vergangenen Jahr nach seinem Ausspruch aus allen öffentlichen Bereichen hätte gedrängt werden müssen?

Selbst in der UNESCO spielen politische Argumente eine erhebliche Rolle und sorgen dafür, dass selbst Israelhasser eine Chance bekommen. Man erhofft sich wohl mit Farouk Hosni im Posten des Generaldirektors, Obamas Annäherung an die islamische Welt weiter voran zu treiben. Es ist skandalös, Politik zu missbrauchen, um Interessen durchzusetzen und selbst auf Organisationen zurück zu greifen, die eigentlich nicht den Hass und die Unterschiede sondern den Dialog und ein friedliches Miteinander fördern wollen.

Auch wenn Hosnis Ausspruch für kurze Proteste aus Israel sorgte, erklärte sich selbst Netanjahu zur Aufstellung Hosnis bereit. Wenn das nicht nach Ironie und Zwiespalt schreit, aber man verkauft wohl seine Prinzipien und sein Land, wenn man dafür Zusagen im gemeinsamen Kampf gegen den Waffenschmuggel aus Ägypten nach Israel bekommt.

Farouk Hosni, 71 Jahre alt und tätig als Kulturminister nahm seine Aussage zur Verbrennung israelischer Bücher zurück und erklärte sich als Mann des Friedens, doch wie glaubwürdig kann das noch sein?

Die UNESCO als Austragungsort politischer Interessen, die in fast allen teilnehmenden Ländern mehr wiegen als die Durchsetzung der eigentlichen Grundsätze lässt wohl große Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Organisation aufkommen.

Vielleicht sind die Zweifel unberechtigt, vielleicht erweist sich Farouk wirklich als Mann des Friedens, sollte er UNESCO-Generaldirektor werden. Vielleicht setzt er sich dann auch für eine bessere Verständigung zwischen Israel und den arabischen Ländern ein und erweist sich als Glücksgriff. Das halte ich aber für fragwürdig.

Auch einige Mitgliedsstaaten der UNESCO sind eher zögerlich bei der Ernennung oder Wahl Farouk Hosnis in den höchsten Posten der UNESCO. Bei der Vorgeschichte und der doch eher sehr zwiespältigen Persönlichkeit Hosnis sollte die Skepsis wohl bleiben.

Eins steht fest: Die Wahl wird sicher sehr spannend. Aber noch spannender wird es wohl dann werden, wenn der umstrittene ägyptische Kulturminister die Wahl gewinnt und dann die Geschicke der UNESCO steuert. Politisch spielt er eine große Rolle für fast alle großen Staaten der Welt, die auch in der UNESCO vertreten sind.

Kategorie: Politik



Ein Kommentar zu “UNESCO: Israelfeindlicher Hosni mit guten Chancen”

  1. Sarsura sagt:

    Im gestrigen ersten Wahlsurchlauf konnte keiner der insgesamt neun Kandidaten eine ausreichende Mehrheit gewinnen. Somit wird es noch einen zweiten Wahlgang geben, um den neuen UNESCO-Generaldirektor zu ermitteln.

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