Unklares Schicksal der entführten sächsischen Familie

taz.de
Wenn Menschen entführt werden, geht es meist um politische oder religiöse Ziele, die damit erpresst werden sollen. Nicht immer gehen die Entführungen gut aus und die Geiseln können befreit werden, manchmal ist es dabei auch egal, wie sehr sich die Behörden einsetzen.
Im Fall der entführten fünfköpfigen Familie aus Sachsen, die im Juni vergangenen Jahres entführt wurde, gab es zwar zwischendurch einen kleinen Hoffnungsschimmer, aber eigentlich weiß man über den Aufenthaltsort noch dem Zustand der Familie etwas.
Zwar setzen sich die Behörden intensiver ein als vielleicht bei anderen Entführungsfällen, aber auch das brachte bisher keine Erfolge. Man hält sich nach außen hin bedeckt. Das Thema wurde auch während des Besuches unseres Außenministers Westerwelle im Jemen angesprochen.
Der jemenitische Präsident verkündete, man wisse, wo sich die Geiseln aufhalten, aber Herr Westerwelle blieb skeptisch und das wohl zu Recht. Ende des vergangenen Jahres wurde zwar ein Video veröffentlicht, auf denen die drei Kinder völlig entkräftet zu sehen waren, aber von den Eltern war keine Spur auf dem Video zu erkennen.
Ob die Familie und der Brite, von dem auch jede Spur fehlt, noch am Leben sind, weiß derzeit keiner. Je länger nichts von den Entführten zu erfahren ist, desto geringer wird sicher die Chance, dass sie noch am Leben sind.
Man geht davon aus, dass wohl der Hauptgrund der Entführung religiöser Art war. Der Familienvater soll angeblich einem Muslim empfohlen haben, die Bibel zu lesen. Grund genug für Fundamentalisten, den Mann als Missionar zu sehen, die nicht gern gesehen werden.
Für drei junge Frauen, die gemeinsam mit der Familie und dem Briten entführt wurden, kamen jegliche Hilfe oder auch nur Verhandlungen zu spät. Sie wurden kurz nach der Entführung erschossen aufgefunden.
Leider gibt es immer wieder Fälle von Entführungen, die Geiseln werden irgendwann von der Gesellschaft vergessen. Die Familien verzweifeln und versuchen dann auf eigene Faust, ihre Familienmitglieder zu suchen. Wenn Behörden und diplomatische Verhandlungen versagen, ist das Schicksal der Geiseln meist besiegelt.
Das Schlimme daran ist, die Ungewissheit, in der die Familienangehörigen leben und der Fakt, dass sie im Falle des Todes der Opfer, diese nicht einmal begraben können, solange die Leichen nicht gefunden oder überführt wurden. Für die Familie aus Sachsen und den Briten kann man nur hoffen, dass die Lösegeldforderungen so wichtig für die Entführer sind, dass sie noch am Leben sind.
man kann nur hoffen, dass es doch noch ein gutes ende geben wird.. :/
Die deutsche Welle hat wenigstens das Thema wieder rausgeholt. Sollen die bald ihre Jahrestage feiern?
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,5236601,00.html