Uran-Anreicherungen im Iran

faz.net
Die Sicherheitskonferenz in München ist beendet. Bereits im Rahmen der Treffen, zeigte man sich enttäuscht über den Iran und dessen Haltung. Besonders die wohl angeblich vorgeführten gestohlenen Wahlen vom Juni des vergangenen Jahres, lassen die Worte Ahmadinedschads immer unglaubwürdiger klingen.
Es ging lange hin und her in Sachen Urananreicherung und man gewann den Eindruck eines Katz- und Mausspiels zwischen dem Iran und der Weltgemeinschaft. Zuletzt ließ Mottaki auf der Sicherheitskonferenz in München Hoffnung aufkeimen, als er noch einmal die Fernsehansprache Ahmadinedschads aufgriff und die Bereitschaft zur Urananreicherung im Ausland unterstrich.
Lediglich die vertraglichen Bestimmungen fehlten dem Iran noch und da diese nach dem langen hin und her immer noch nicht zu Papier gebracht wurden, hat der Iran seine Konsequenz daraus gezogen. Mehrfach hatte Ahmadinedschad angekündigt, im eigenen Land Uran anreichern zu können.
Nun beweist er es der Weltgemeinschaft auch. Wissenschaftler bekamen die Anweisung das Uran von den bisherigen 3,5 Prozent auf 20 Prozent anzureichern. Ob dies nun als Reaktion auf die Sicherheitskonferenz und die erneute Starrheit der westlichen Länder geschah oder bereits so im Vorfeld geplant wurde, sei einmal dahingestellt.
Die nun angelaufene Urananreicherung im Iran ist für viele Staaten ein Schlag ins Gesicht, Ahmadinedschad freut sich sicher über seine Verwirrungspolitik und kann wohl bald beweisen, was er wirklich mit dem Uran anstellen will.
Die Weltgemeinschaft ist alarmiert, viele scheinen nun wirklich Panik machen zu wollen. Auf jeden Fall sind aber die Drohungen gegen den Iran wesentlich stärker geworden. Obama kündigte einmal mehr harte Sanktionen an, wie diese allerdings aussehen werden, ist noch nicht bekannt, genauso wenig wie die Zeit deren Umsetzung.
Während sich einige Staaten wohl auch langsam aber sicher auf einen militärischen Einsatz vorbereiten dürften, warnen andere Staaten vor übereilten Reaktionen und vor allem unüberlegten Handlungen. Noch ist der Iran keine Bedrohung für die Welt, denn um Atombomben bauen zu können, braucht es 80 Prozent angereichertes Uran.
OK, der Sprung von 20 auf 80 Prozent dürften wohl auch kein Problem mehr darstellen, aber vielleicht will der Iran das Uran wirklich nur zu Forschungszwecken nutzen und damit einen Aufschwung erleben. Wer weiß, manchmal geschehen ja noch Wunder und Zeichen.
Russland, das Land, das bisher immer gegen Sanktionen war, äußerte sich nun erstmals dazu bereit, die Sanktionen der Atomenergie-Aufsichtsbehörde mitzutragen, solange damit keine militärischen Absichten einhergehen. Ich glaube, einen Krieg gegen den Iran will derzeit (außer ein paar Ausnahmen vielleicht) wirklich keiner und man sollte es mit der Panikmache auch nicht übertreiben.
Seit im, Iran mit der Urananreicherung begonnen wurde, sind schließlich auch Inspekteure nun regelmäßig in der Anlage von Natans, wo das Uran angereichert wird. Die Weltgemeinschaft scheint einer neuen immer greifbareren Gefahr gegenüberzustehen, die aber nicht zu voreiligen und unüberlegten Schritten führen sollte.
Nun dürfte aber die Verhängung neuer Sanktionen über den Iran nur noch eine Frage von kurzer Zeit sein. Zu den Sanktionen dürfte sicher ein umfangreiches Wirtschaftsembargo gehören, dass viele Firmen in Europa und Deutschland, aber auch in Amerika hart treffen dürften. Welche Strafen sonst noch folgen, wird sich sicher in den nächsten Tagen herausstellen, denn jetzt wird sich die Weltgemeinschaft sicher schneller bewegen und vor allen Dingen einigen.
Selbst die 80% Urananreicherung reichen nicht für eine richtige Atombombe.
Klar, eine potentielle Gefahr wäre natürlich wenn jemand Böses das Zeug klaut und es dann einsetzt (Schmutzige Bombe, etc.).
Ich glaube, dass das auch die einzige Gefahrenquelle ist, die aus dem Iran kommt. Die Leute sind da nicht so blöd, eine Atombombe zu bauen und die dann auch sofort einzusetzen.
Vielleicht sollte man den Leuten entgegenkommen und helfen, dass sie damit "Gutes" tun statt sie mit Sanktionen zu peitschen und ihre berechtigte Angst mit weiteren amerikanischen Stützpunkten um sie herum zu füttern.