Verfahren gegen Mörder von Marwa S. beginnt

Geschrieben am 25. Oktober 2009 um 21:13 Uhr.

marwa s

welt.de

Marwa S. zeigte sich al mutige Frau, die Vertrauen in die deutschen Behörden und Institutionen hat, als sie den Russland-Deutschen Alex W. wegen Beleidigung anzeigte. Der Beschuldigte erkannte die Strafe, die ihm daraufhin vom Gericht auferlegte nicht an und ging in Berufung.

Marwa S. hatte den jungen Mann aus Russland angeklagt, um sich so gegen die Beschimpfungen, die sie von ihm auf einem Spielplatz erleiden musste, zu wehren. Der Streit, der vor Gericht endete, endete für sie im August tödlich.

Die zunächst sehr zurückhaltende Reaktion der Politiker rief in der islamischen Welt Empörung aus, selbst dem Westen sonst offen gegenüber stehende Muslime äußerten ihre Enttäuschung über die Kälte der deutschen Politiker.

Man ernannte Marwa zur Märtyrerin und drohte Rache an. Wie von einigen Quellen mitgeteilt wurde, erhielt Alex W. Morddrohungen. Um allen Eventualitäten vorzubeugen, wird der Gerichtssaal nun zu einem Sicherheitstrakt ausgebaut, wenn am Montag der Prozess gegen Alex W. beginnt.

Die Verhandlungen, die auf elf Tage festgesetzt wurden, sind nur für eine beschränkte Zuschauerzahl und Journalisten zugänglich. Außerdem werden extreme Sicherheitsmaßnahmen am Eingang durchgeführt. Der Angeklagte sowie die Staatsbeamten sind durch eine Glaswand von den Zuschauern abgetrennt.

Wären die Sicherheitsvorkehrungen im August nur halb so hoch gewesen wie sie es jetzt sind, könnte Marwa S. noch immer leben. Alex W. droht eine lebenslange Haftstrafe, wenn er verurteilt wird. Ihm wird nicht nur Mord, sondern auch versuchte Tötung und schwere Körperverletzung vorgeworfen.

Um der Familie zumindest ein wenig Gerechtigkeit zu geben, kann man nur hoffen, dass er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wird und nicht in den Genuss von Strafmilderung kommt. Der Hinweis auf Strafmilderung ist hierbei nicht ganz an den Haaren herbei gezogen. Wie Quellen berichteten, soll geprüft werden, ob der Täter und Angeklagte nicht unter psychischen Problemen leidet, die dann das Strafmaß erheblich mindern, ihn aber zumindest in eine entsprechende Anstalt bringen, würden.

Man kann sowohl auf den  Verlauf als auf den Ausgang der Verhandlungen gespannt sein. Interessant werden dabei sicher auch die Reaktionen von Muslimen und aus dem Iran sein. Bereits im August mischte sich der iranische Präsident Ahmedinedschad ein und warf ein, den Fall zu verfolgen und zu kontrollieren, ob der Familie von Marwa Gerechtigkeit widerfährt.

Zwar bin ich schon ohne Ahmedinedschads Äußerungen über die Verurteilung des Täters gehört zu haben, davon überzeugt, dass Ahmedinedschad keines der gefällten Urteile als gerecht empfinden wird. Immerhin wird im Islam noch immer das Prinzip der Blutrache aufrecht erhalten, auch wenn es in den meisten arabischen Ländern durch das Gesetz verboten ist.

Kategorie: Deutschland, Politik



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